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Versicherer mit jahrhundertealter Tradition möchte bekannter werden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

„Wir möchten gerne bekannter in der Region werden. Deshalb werden wir auch demnächst eine Homepage erstellen. Aber aggressive Werbung passt nicht zu uns.“ Mit diesen Worten wies Horst Ellerbrock auf der jüngsten Mitgliederversammlung der Krempermarsch-Mobiliengilde auf ein Problem hin, das viele kleine und regional aktive Versicherer haben. „Unsere Mitgliederzahl ist rückläufig, da die jüngeren Menschen sich häufig über Versicherungsmakler bei den überregionalen Konzernen versichern und unsere älteren Mitglieder langsam wegsterben.“ Dabei habe die Mobiliengilde ein durchaus attraktives Angebot zu bieten. Horst Ellerbrock (63) ist seit 1999 Geschäftsführer der regionalen Versicherungsgilde.

Die Krempermarsch-Mobiliengilde besteht bereits seit 1647 als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Heute hat die Gilde noch 170 Versicherte aus der Kremper- und Kollmar-Marsch und versichert Hausrat und landwirtschaftliches Inventar. Mobilien eben – Gegenstände, die bewegt werden können.

Aus den alten Protokollbüchern, die in gestochener Handschrift bis auf das Jahr 1812 zurückgehen, können die Entwicklung des Mitgliederbestandes und die Schadensfälle nachvollzogen werden. Horst Ellerbrock: „Im Jahr 2014 hatten wir Schäden von 7500 Euro zu regulieren, die durch Einbruch, Leitungswasserschaden und Feuer entstanden sind.“ Um auch größere Schadensereignisse abwickeln zu können, ist die Gilde dem Rückversicherer „Kieler Rück“ angeschlossen, der bei Versicherungssummen über 50 000 Euro mit 50 Prozent einspringt und bei Versicherungssummen über 100 000 Euro 75 Prozent des Schadens reguliert.

Der Vorstand der Gilde besteht neben dem Geschäftsführer aus dem Ältermann (Vorsitzenden) Heinrich Gravert und seinem Stellvertreter Albert Tiedemann, sowie den Beisitzern Jens Engelbrecht und Martin Karstens. Heinrich Gravert (64): „Unsere Stärke ist die schnelle, unbürokratische Schadensregelung. Es wird nicht viel diskutiert, denn im Gegensatz zu den großen Versicherungskonzernen kennen wir unsere Mitglieder alle persönlich.“

Der Kontakt zu den Mitgliedern wird durch neun Vertrauensleute gepflegt, die jährlich die Beitragsrechnung persönlich zustellen und abfragen, ob die Versicherungswerte angepasst werden müssen. „Häufig sind wir sogar günstiger als die Mitbewerber. Für eine verbundene Hausratversicherung erheben wir eine Prämie von 1,6 Promille. Bei einem günstigen Schadensverlauf gibt es teilweise sogar eine Prämienerstattung.“

Der Wunsch des Vorstandes ist es, in der Region bekannter zu werden. Gravert: „Wir möchten, dass sich auch jüngere Personen über unsere Leistungen informieren, damit die Gilde mit ihrer langen Tradition auch in Zukunft als regionaler Mobilienversicherer bestehen bleiben kann.“

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erstellt am 07.Apr.2015 | 15:39 Uhr

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