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Phantasie Spectaculum : Verkleidet zum Mittelalter-Spektakel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mittelaltermarkt, Ritterturniere und Musik: Vier Tage lang bot die Veranstaltung „Phantasie Spectaculum“ viele Aktionen. Tausende von Besuchern kamen auf das Gelände des ehemaligen Flugplatzes am Hungrigen Wolf in Hohenlockstedt.

Zurück in die alten Zeiten des Mittelalters ging es in den vergangenen vier Tagen. Auf dem ehemaligen Flugplatz am Hungrigen Wolf verwandelten Schausteller und Tausende von Besuchern das Gelände in einen bunter Reigen mittelalterlicher Aktivitäten – oder in das, was sich die Teilnehmer darunter vorstellten. Das „Mittelalterlich Phantasie Spectaculum“ (MPS) brachte alles mit sich, was der Herbst so bieten kann: Regen, Wind und Wolken, aber auch schönsten Sonnenschein. Das „größte reisende Mittelalter-Kulturfestival der Welt“ bot zahlreiche Aktivitäten, vom Heerlager über Ritterspiele bis hin zu Mittelaltermarkt und Feuerspektakel.

Nicht nur die Schausteller waren verkleidet. Auch die Besucher kamen oft in historischem Gewande. Historische tänzerische Einlagen zu den Konzerten gaben Ursel Meyer aus Elmshorn und Madeleine Prokrandt von der Tanzgruppe „Phoenix Tribal“. „Wir machen das vor den Bühnen, wo es gut geht, und das macht riesigen Spaß“, so Ursel Meyer. Tanja Wegwerth und Holger Czemper aus Elmshorn übten unterdessen Drachenreiten vom Pferd aus. „Wir wollen im kommenden Jahr im Heerlager an Vorführungen teilnehmen“, erzählte Tanja. Die Gruppe „Die Schlimmen Schurken“ traf sich mit 25 Personen aus ganz Deutschland. Darunter waren die vier Freunde Migo Schneider (Schwarzer Hund), Michael Karl Martin Graf von Berg (Captain Redbeard), Kerstin Schneider (Maggie Malone) und Miels Engeland Captain Hector Barbosa) als „Piraten der Südsee“ erschienen.

Ihre Kostüme selbst genäht, stellten sie in dem Genre „Histotainment“ (aus Historie und Entertainment) fiktive Personen dar, die „rauben, brandschatzen und plündern“ – vor allen die Getränke vor Ort. Ob Wikinger-, Drachen- oder Piratenblut, alles tiefrote Schnäpse. „Wir mögen alle“, sagte Captain Redbeard.

Der Schwertkampfverein „Liberia Castrum Voerde“ für historisches Fechten aus Bremervörde war mit 20 edlen Rittern zum ersten Mal dabei. „Wir geben den Zuschauern ein Schwert in die Hand, und sie können es selber ausprobieren“, so der zweite Vorsitzende und Trainer Axel Ketzner.

„Die Atmosphäre hier gut“, so Ketzner, nur das Ambiente gefiel ihnen nicht so gut. „Zu weites Feld, zu wenig Wald. Wir haben Flugzeuge, Fallschirmspringer und Autos in Sichtweite – das trübt das Mittelalterfeeling ein wenig.“

In den Pausen der Ritterturniere bot der Verein „Das Hexenbad“ aus Nindorf bei Hohenwestedt eine mittelalterliche Wasserprobe, konnte das Publikum seine Damen auf einem Fallbrett abliefern. Trafen die Besucher mit einem Pfeil nun ins Schwarze, so öffnete sich ein Mechanismus, und die Dame fiel ins Wasser. „Wir beteiligen das Publikum und bieten auch anderen Gruppen Möglichkeiten zum Auftritt“, sagte der Vorsitzende Wolfgang Drockner.

Begleitet wurde all dies von mittelalterlicher Live-Musik und Vorführungen jeglicher Art. 30 Künstler sorgten für unterhaltsame Shows, zugkräftige Top Acts der Mittelalterszene auf drei Bühnen wie Versengold, Rapalje, Soar Patrol oder Wildwuchs spielten umjubelte Konzerte, gekrönt von der größten und wohl bekanntesten Band „Saltatio Mortis“ zur Prime Time.

Was die meisten Schausteller wie Besucher aber schätzten, war die Parallelwelt, die sich ihnen hier eröffnete. „Hier kann man abtauchen in eine andere, entspannte Welt, den Alltag vergessen und viel Spaß haben“, beschrieb Tanja Wegwerth. Und Holger Czemper fasste zusammen: „Es ist ein schöner Erlebnispark für Erwachsene.“

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