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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 04:23 Uhr

Verkehrsregeln für Flüchtlingskinder

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Rad fahren will gelernt sein: Ehrenamtliche Initiative für mehr Sicherheit im Straßenverkehr / Bald auch in St.Margarethen und Wewelsfleth

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2015 | 11:05 Uhr

Sie kommen von weit her und müssen sich nun hier in einem fremden Land zurecht finden. Das fängt schon im Straßenverkehr an. Um Flüchtlingen die Verkehrsregeln nahe zu bringen und ein angemessenes Verhalten im Straßenverkehr zu ermöglichen, findet in Wilster in der Fahrschule Silke Krüger nun Verkehrsunterricht für Flüchtlinge statt. Den erteilt die Fahrschullehrerin ehrenamtlich, gemeinsam mit Knud Jüstel als ebenso ehrenamtlichem Flüchtlingsbeauftragten der Stadt. „Ähnliches haben wir auch in St. Margarethen und Wewelsfleth geplant“, sagte dieser in der ersten Unterrichtsstunde.

Und so war eine Flüchtlingsgruppe, die in Wilster in gemieteten Wohnungen lebt, in der ersten Einheit dabei: Frauen und Kinder aus Aserbaidschan, Iran, Irak und Syrien.

„Die Kinder gehen hier zur Schule, sind alle mit dem Fahrrad unterwegs“, so Silke Krüger. „Sie haben das Radfahren zwar gelernt, aber ebenso wie auch die Erwachsenen müssen sie sich an die Verkehrsregeln erst noch gewöhnen.“ Die Ausbildungsfahrlehrerin unterrichtet mittels White Board und Edding, mit vielen kleinen Verkehrszeichen und Miniaturautos sowie über einen Beamer, sie malt Kreuzungen auf und stellt mit vielen Pfeilen Verkehrssituationen dar. So vermittelt sie die Grundlagen der Teilnahme am Straßenverkehr wie rechts fahren und abbiegen, Vorfahrt und Einbahnstraßen, erklärt, was ein Radweg oder was ein kombinierter Rad- und Fußweg ist.

Das Problem hat sie erkannt: „Sie fahren einfach drauf los, oft kreuz und quer, denn sie kennen die Straßenverkehrsordnung nicht. „Ich versuche nun, ihnen die Grundlagen beizubringen.“ Und den Kindern gefällt das Radfahren. Sie müssen sich nur noch an die Regeln gewöhnen. „Das macht Spaß“, sagte Schabnam (7), und ihr Bruder Jeroz (9) beschrieb: „Das Schwerste ist die Frage: Wo muss ich fahren, wo darf ich halten und wo kann ich das Fahrrad abstellen?“

Auch über die Entscheidung, wann er weiter fahren darf und wann nicht, erhofft er sich Aufschlüsse. Beim Abbiegen haben sie jedenfalls schon gelernt, dass sie als „Blinker“ den jeweiligen Arm ausstrecken müssen. „Es hilft natürlich, dass alle schon gut Deutsch sprechen“, so Silke Krüger. Zum Schluss erhielten alle Teilnehmer als Belohnung eine Warnweste, die der Gewerbeverein Wilster und die Volksbank Pinneberg-Elmshorn gesponsort haben.

„Wirklich überprüfen, ob sie alles verstanden haben und dann auch anwenden, können wir natürlich nicht.“ Der Unterricht soll nun immer donnerstags ab 20 Uhr für eine Stunde weiter geführt werden.

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