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Verbraucherschule begeistert Bildungsministerin

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Waltraud Wende sieht in der Unterrichtsgestaltung an der Gemeinschaftsschule Wilster Modellcharakter für alle Schulen im Land

„Das hier ist eine Verbraucherschule wie ich sie mir vorstelle. Ich bin begeistert“, betonte Bildungsministerin Prof. Waltraud „Wara“ Wende nachdem sie einen Vormittag an der Gemeinschaftsschule Wilster verbracht hatte – eine von bundesweit drei weiterführenden Schulen, die mit Unterstützung der Stiftung Verbraucherschutz ein Verbraucherbildungsprofil ausbildet. Das vernahmen Schulleiterin Marlis Krumm-Voeltz und Fachlehrerin Dorothea Venzke natürlich gern, ebenso Julian Fischer, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz und der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Stefan Bock. Beide unterstrichen die besondere Bedeutung von Verbraucherbildung in der Schule.

Bei der Ministerin stießen sie damit auf offene Ohren. Waltraud Wende sieht das Verbraucherprofil modellhaft zumindest für die Gemeinschaftsschulen im Land, möchte an ihnen die Verbraucherbildung bis in die Oberstufe hinein sogar erweitert sehen. Und könnte sich auch das Verbraucherbildungsprofil an Gymnasien vorstellen. Stefan Bock nannte für die Verbraucherzentrale als weiteres Ziel, bereits an Grundschulen mit dem Verbraucherunterricht zu beginnen. Denn: Die Welt werde komplexer, und für junge Verbraucher werde es immer schwieriger, sich zurecht zu finden. Eine Flut an Gütesiegeln, Datenschutz in sozialen Netzwerken und umstrittene Fakten zum Klimawandel sind da nur einige Beispiele. Für Schulen werde es somit dringend notwendig, diese Lebenswirklichkeiten umfassend und über alle Schularten und -stufen hinweg zu berücksichtigen. „Verbraucherschulen dienen als Modellorte, die zeigen, wie der Erwerb von Konsum- und Alltagskompetenzen im Unterricht lebensnah gelingen kann“, sagt Julian Fischer, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz.

Davon konnte sich Ministerin Wende an der Gemeinschaftsschule Wilster ein umfassendes Bild machen. Im Gespräch mit Schülern der 5. bis 10. Klassen erörterte die Bildungsministerin bei ihrem Besuch in Wilster, wie die Inhalte des Verbraucherunterrichts umgesetzt werden, ob die Jugendlichen das Gelernte verinnerlichen und auch außerhalb von Schule davon profitieren. Dies beantworteten die Schüler mit einem klaren „Ja“. „Ich wünschte mir, dass alle Schüler diesen Unterricht hätten“, meinte eine Fünftklässlerin und sprach damit der Bildungsministerin aus dem Herzen. Aus Sicht Waltraud Wendes leistet Verbraucherbildung einen wichtigen Beitrag dazu, sich in der Angebotsvielfalt zu orientieren und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen. Ein intensiver Austausch darüber, wie die Jugendlichen den Unterricht erleben, stand am Beginn des Besuchstags. Einig waren sich die Jungen und Mädchen aller Klassenstufen darin, dass ihnen der Verbraucherunterricht nachhaltiger Wissen vermittele als mancher monothematischer Unterricht. Elemente aus Mathematik über Deutsch bis hin zu Natur- und Gesellschaftswissenschaften begegnen den Schülern in der Verbraucherbildung. Was am Morgen im Gespräch anklang, wurde am Mittag in einer Präsentation noch einmal deutlich gemacht, die die Schüler der verschiedenen Klassenstufen an einzelnen Ständen vorbereitet hatten. Bereitwillig nahm Waltraud Wende die Aufforderung an, durch Schmecken und Riechen Thymian, Basilikum, Ketchup und Co zu bestimmen. Die Bildungsministerin schnitt dabei sehr gut ab. Und sie probierte gern die von Schülern selbst hergestellten Getränke wie beispielsweise den Zitrus-Energy-Drink, der der Ministerin sichtlich schmeckte. Sie schlug gleich vor, doch eine Schülerfirma zu gründen und das Getränk zu vertreiben. Mit großem Interesse ließ sie sich weitere Projekte erläutern. Waltraud Wende nahm dabei eine besonders höfliche, gute Atmosphäre wahr. „Das ist ’ne echt tolle Schule“, sagte sie. „Man merkt, dass die Verbraucherbildung ein Teil des Schulalltags hier ist.“ Diese Meinung teilten Julian Fischer, Stefan Bock und Katrin Rieger, Referentin für wirtschaftlichen Verbraucherschutz und Verbraucherbildung, mit ihr. Katrin Rieger begleitet für die Verbraucherzentrale die Gemeinschaftsschule. Die Zusammenarbeit sei hervorragend, so Rieger. „Es ist ganz toll, wie sich das Projekt entwickelt!“ Die Stiftung Verbraucherschutz unterstützt das Schulmodell finanziell über zwei Jahre mit 20 000 Euro für die Fortbildung der Schüler ebenso wie die der Lehrer. Derzeit nehmen übrigens schon Lehrer der gymnasialen Kooperationsschule AVS an Fortbildungen im Bereich Verbraucherschutz teil. Auch Lehrer weiterer Schulen werden dazu die Möglichkeit bekommen. Das Projekt Verbraucherschule soll über die zwei Jahre hinaus gerne in Wilster weitergeführt werden, wie Julian Fischer bekräftigte. Er fügte hinzu: „Es gibt in der Bundesrepublik keine Schule, die so weit ist wie Sie.“ Die Gemeinschaftsschule Wilster habe bundesweit Modellcharakter.

Für Schulleiterin Marlis Krumm-Voeltz war der Besuch der Ministerin „eine Auszeichnung und Ehre, eine Anerkennung unserer Arbeit im Bereich Verbraucherbildung.“

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erstellt am 28.Mai.2014 | 12:16 Uhr

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