ermittlungen : Ursache für Explosion weiter ungeklärt

Regen kann kommen: Der neue Kanal in der Schützenstraße ist provisorisch fertig.
Regen kann kommen: Der neue Kanal in der Schützenstraße ist provisorisch fertig.

Ermittlungen konzentrieren sich auf die Gasversorgung, Ergebnis liegt noch nicht vor. Geldspenden schon jenseits von 30 000 Euro.

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15. März 2014, 07:00 Uhr

Nach wie vor suchen Experten des Landeskriminalamtes nach der Ursache für die verheerende Explosion in Itzehoe, die am Montag vier Menschen getötet und 15 verletzt hatte. „Wir warten das Sachverständigen-Gutachten ab, das Ergebnis steht nicht fest“, sagte der Itzehoer Polizeisprecher Hans-Werner Heise. „Insofern ist alles andere reine Spekulation.“

Damit reagierte er auf einen Medienbericht vom Freitag, in dem von einer Klärung der Ursache die Rede war. Verwiesen wird darin auf das Alter des Gasanschlusses – die Leitung stammt aus dem Jahr 1964. Zwar war mit einer Druckprüfung festgestellt worden, dass die Leitung bis zum Haus intakt war. Doch es hätten, so der Bericht, Vibrationen eines Baggers auf der Straße oder eine Berührung der Straßenleitung mit der Baggerschaufel dazu führen können, dass die Leitung im Haus am Hauptabsperrventil abreißt. Dann hätte sich Gas im Keller sammeln und zum Beispiel durch Betätigen eines Lichtschalters entzünden können. Als Quelle dafür nennt der Bericht einen „externen Experten“.

Das wundert Polizeisprecher Heise: „Bisher haben wir nur interne Experten“, inklusive der Ingenieure, die beim Landeskriminalamt beschäftigt seien. Richtig sei, dass auch für die Ermittler die Möglichkeit einer Gasexplosion, wodurch auch immer verursacht, im Mittelpunkt stehe. Ein Resultat liege dazu nicht vor. Natürlich werde auch jeder anderen Spur nachgegangen, so Heise. Aber: „Zurzeit ist mir keine andere bekannt.“

Unterdessen geht das Aufräumen im Unglücksgebiet weiter: Anwohner holten ihr Hab und Gut aus den dauerhaft nicht nutzbaren Gebäuden, Gerüste wurden aufgebaut, Trümmer vom Dach geworfen. Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen erfüllte erneut Interview-Wünsche von Fernsehteams, verwies wie die Polizei die Berichte über die Explosionsursache in das Reich der Spekulation und gab bekannt, dass nicht nur die Sachspenden für die Opfer strömen: Auf dem von der Stadt eingerichteten Konto hätten sich bis gestern 22 000 Euro angesammelt, die von Radio Schleswig-Holstein zugesagten 10 000 Euro nicht eingerechnet.

Über allem lag das Brummen eines Baggers: Die Tiefbaufirma hatte ihre am Montag jäh unterbrochenen Arbeiten für den neuen Regenwasser-Kanal in der Schützenstraße wieder aufgenommen. Mit Blick auf die schlechten Wetteraussichten musste dieser bis zum Wochenende zumindest provisorisch ans Netz angebunden werden – das gelang. In der kommenden Woche sollen die letzten Arbeiten erfolgen, danach ist die Gasleitung in der Schützenstraße an der Reihe: Sie soll komplett ausgetauscht werden.

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