zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

24. November 2017 | 06:30 Uhr

Reformation : Uraufführung: Cantata Unio Mystica

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Brokdorfer Komponist Tim Steinke schrieb das Werk für Schulchor und -orchester zum Reformationstag. Das Konzert ist am Montag in Hamburg.

von
erstellt am 28.Okt.2017 | 06:12 Uhr

Er ist Pädagoge und Komponist, seine Werke entstehen am Klavier in seinem Arbeitzimmer in Brokdorf. Dort hat Tim Steinke (37) auch die Cantata Unio Mystica geschrieben, eine Komposition für Chor und Orchester, die in Bezug auf das Reformationsfest entstand – und am Vorabend des Reformationstages in Hamburg uraufgeführt wird. Das Konzert in der Hauptkirche St. Petri beginnt am Montag, 30. Oktober, um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Der junge Komponist ist in Bayern geboren, in der Steinburger Kreisstadt Itzehoe zur Schule gegangen, hat in Hamburg zunächst Komposition und Musikwissenschaften studiert, anschließend an der Universität Oldenburg Schulmusik und Philosophie auf Lehramt an Gymnasien. Heute unterrichtet er am Hamburger Johanneum Musik und Philosophie. Seit zwei Jahren lebt er mit Frau und Kindern in der Elbgemeinde – und ist „mittlerweile überzeugter Brokdorfer“, erzählt er lächelnd. Dorthin zog es die Familie, weil seine Frau aus Brokdorf stammt und „weil es hier so schön ist“, schwärmt er. Wenn er nach der Arbeit im Zug zurück nach Hause sitze, sei das fast wie in den Urlaub zu fahren. Und wenn es die Zeit zulässt, komponiert der junge Familienvater. „Ich habe schon immer komponiert, weil es mir Freude macht“, erzählt er. Immer schon habe er auch verschiedene Auftragswerke gehabt. So wie die Cantata Unio Mystica. Für das traditionsreiche Johanneum hat das Thema Reformation große Tradition, wurde es doch einst durch den Reformator Johannes Bugenhagen gegründet. Anlässlich des großen Jubiläums in diesem Jahr konzipierten das Johanneum und die St.-Petri-Kirchengemeinde gemeinsam eine musikalische Andacht für den Vorabend des Reformationstages. Im Zuge dessen komponierte Steinke das Stück für Schulorchester und Schulchor. „Die Schüler proben ganz tapfer“, lobt er und räumt ein, dass manche zwischendurch geschimpft hätten, weil das Stück schwierig sei. Doch schon eine Voraufführung von zwei Sätzen vor den Sommerferien habe gezeigt, dass die Schüler die Komposition gut umsetzen können. Und jetzt fiebern alle der Aufführung des Gesamtwerkes in drei Sätzen entgegen. „Wir freuen uns auf das gemeinsame Ergebnis und hoffen, dass viele Zuhörer kommen.“

Wenn das Projekt abgeschlossen ist, steht für den Brokdorfer schon das nächste an. Und er freut sich auch über Chor- oder Orchesteranfragen für Kompositionen. Bei seiner Arbeit an seinen Werken sei es schon so, dass Tradition eine Rolle spiele, „aber nicht so, dass man meint, Brahms sei mein Urgroßvater gewesen“, sagt er lachend. Kritisch sieht er die musikalische Avantgarde-Bewegung wie sie Karlheinz Stockhausen mit seinen modernen Kompositionen verkörperte. Tim Steinkes Werke tragen seine eigene Handschrift, sie klingen ebenso wenig nur nach Brahms wie nur nach Stockhausen. Er bevorzugt es, alle kompositorischen Möglichkeiten auszuschöpfen, um Melodien zum blühen zu bringen, eine Geschichte in neue Klangsprache umzuwandeln. Auch zu erleben in der Cantata Unio Mystica, die Chor und Orchester vier- bis sechsstimmig aufführen werden. 40 Minuten während der insgesamt einstündigen Konzertveranstaltung zur Reformation.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen