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Südliches SH : Unwetter – Stromausfälle und Straßen unter Wasser

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Über Teile Schleswig-Holsteins zog am Dienstagabend ein Gewitter mit Starkregen hinweg. Besonders betroffen war der Kreis Bad Segeberg, wo zahlreiche Keller und Straßen binnen kurzer Zeit unter Wasser standen. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz.

shz.de von
erstellt am 23.Apr.2014 | 06:56 Uhr

Bad Segeberg | Eine Gewitterfront mit Starkregen und Hagel hat im Süden Schleswig-Holsteins in der Nacht zum Mittwoch zu Dutzenden Feuerwehreinsätzen geführt. Allein im Kreis Segeberg gab es am Dienstagabend innerhalb von drei Sunden etwa 70 Einsätze, wie die Feuerwehr mitteilte. Besonders betroffen war die Region entlang der A7 zwischen Henstedt-Ulzburg und Bad Bramstedt. Auch in den Kreisen Pinneberg, Stomarn, Herzogtum Lauenburg und Ostholstein rückten Einsatzkräfte wegen des Unwetters mehr als 30 Mal aus. In Seedorf (Kreis Segeberg) fiel wegen eines Blitzeinschlags kurzzeitig der Strom in zwei Straßen aus, ein Feuer brach aber nicht aus. Menschen wurden nicht verletzt.

Hauptsächlich musste die Feuerwehr Wasser aus vollen Kellern abpumpen und überflutete Straßen sichern. Einige Fahrbahnen waren kurzzeitig unpassierbar, weil sich Schlamm auf ihnen gesammelt hatte. An vielen Orten mussten die Einsatzkräfte Gräben ziehen, um die Wassermassen wieder abfließen zu lassen. In Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg) war eine Tiefgarage überschwemmt.

In Kaltenkirchen (Kreis Segeberg) sorgte der wolkenbruchartige Niederschlag ab 18 Uhr für Wasserstände von fast einem halben Meter und überflutete mehrere Straßen. Einige Autos blieben der Polizei zufolge im knietiefen Wasser stecken und mussten abgeschleppt werden. Ein Wagen rutschte wegen der Überschwemmungen in einen Graben. Auch das Regenrückhaltebecken im Zufahrtsbereich von „Dodenhof“ war übergelaufen. Im Mode- und Möbelgeschäft selbst entstand kein Schaden. Laut Polizei hatte sich die Lage gegen 20 Uhr wieder beruhigt.

In Rendsburg setzte Starkregen gegen 19 Uhr die Brückenstraße so unter Wasser, dass sie eine halbe Stunde später gesperrt wurde. Nicht nur der Starkregen machte der Feuerwehr zu schaffen: Vielerorts sorgten auch Äste und umgeknickte Bäume für kleinere Einsätze.

Auch in der östlichen Nachbarschaft Hamburgs gingen mehrere Blitze nieder. Einer schlug ins Stromnetz im Umfeld des abgeschalteten Kernkraftwerks Krümmel (Kreis Herzogtum Lauenburg) ein. Für dreieinhalb Stunden wurde die Anlage mit einem Notstrom-Dieselaggregat betrieben. Zu Störungen kam es dabei nicht, wie das Umweltministerium in Kiel mitteilte. Es ist für die Reaktorsicherheit in Schleswig-Holstein zuständig.

In Lübeck schlug am Mittwochmorgen gegen 2 Uhr ein Blitz in die Hauptfeuerwache ein, der einen Ausfall der elektrischen Anlagen der Leitstelle zur Folge hatte. Der Notruf 112 war aber stets erreichbar, teilt Feuerwehrsprecher Bjärn von Mateffy mit: „Zusätzliches Personal wurde aktiviert und statt modernster Computertechnik wurden mobile Funkgeräte eingesetzt.“

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