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Kommunalpolitik : Unterstützung für Planet Alsen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Unterschriften-Aktion in Itzehoe gegen Räumungsklage gestartet . Ab heute Sammlung in der Fußgängerzone. Rechtsstreit läuft weiter.

Knapp 1000 Unterschriften liegen schon vor, viele weitere sollen noch folgen: Dafür, dass Planet Alsen nicht geräumt wird, sammeln verschiedene Unterstützer aktuell überall in der Stadt Unterschriften. Hintergrund ist der länger schwelende Streit über den Vertrag des Vereins Planet Alsen mit der Stadt über die Nutzung des Geländes der ehemaligen Zementfabrik. Politik und Verwaltung wollen die Konditionen neu verhandeln. Der bestehende Vertrag war gekündigt worden, der Verein akzeptiert dies nicht. Zuletzt hatte die Stadtverwaltung mitgeteilt, dass sie eine Räumungsklage bei Gericht eingereicht hat (wir berichteten).

Die Unterschriften-Aktion hat der Kulturverein K9 initiiert. Auf der Internetseite des von ihm betriebenen Kulturbahnhofs Viktoria können die Listen herunter geladen werden. „Wir wollen uns nicht in den Rechtsstreit einmischen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Thomas Engel. „Aber wir halten es für sehr wichtig, dass Planet Alsen in der aktuellen Form weiter bestehen kann.“ Dies sei durch die Räumungsklage gefährdet. Mit dieser Sorge ist man bei K9 nicht allein. Die Beteiligung an der Unterschriften-Aktion sei gut. „Es macht die Runde“, sagt Engel. In Kürze sei die 1000er-Marke erreicht.

Zu den freiwilligen Unterstützern gehören auch die Itzehoer Martin und Marianne Wnuk, Berndt Doege und Ernst Molkenthin – nach eigener Auskunft alle nicht Mitglied im Verein Planet Alsen, aber an dessen Fortbestand interessiert. Sie wollen heute, morgen und Sonnabend jeweils ab 11 Uhr am La-Couronne-Platz weitere Unterschriften sammeln. „Es wäre ein großer Verlust, wenn die Arbeit von Planet Alsen nicht mehr möglich wäre – zumal es keine Pläne für Alternativen gibt“, sagt Doege. Dort habe sich in den vergangenen Jahren bereits viel entwickelt. „Bei den vielfältigen Veranstaltungen ist bereits jetzt für jeden etwas dabei und das ist noch ausbaufähig.“ Doch dafür müsse der aktuelle Stillstand beendet werden. „Wir hoffen, dass die Unterschriften ein klares Signal geben, aus dem Rechtsstreit auszusteigen“, ergänzt Ernst Molkenthin. Ziel sei die Beibehaltung des Status Quo, was die rechtliche Situation des Vereins betreffe. „Das wäre auch im Interesse des Steuerzahlers, der sonst einen teuren Rechtsstreit finanzieren muss, dessen eigentlicher Streitwert in keinem Verhältnis zu den Kosten steht und dessen Erfolgsaussichten fragwürdig sind“, so der Ratsherr von der Linkspartei.

Für Martin Wnuk steht auch das überregionale Ansehen Itzehoes auf dem Spiel, denn Planet Alsen sei weithin bekannt. „Wenn es nicht gelingt, zwischen Verein und Politik eine einvernehmliche Lösung zu finden, wird dies dem Ruf der Stadt schaden. Jeder, der überlegt, hier etwas auf die Beine zu stellen, wird sich fragen, ob sich sein Engagement lohnt und was daraus wird. Das Vertrauen geht verloren“, so Wnuk.

Der Verein Planet Alsen selbst hat mit der Unterschriftenaktion nichts zu tun. „Wir begrüßen sie aber“, sagt Vorstandsmitglied Setus Studt. „Wir sind erstaunt und erfreut über die große Resonanz.“ Dies zeige, dass die Arbeit von Planet Alsen in der Öffentlichkeit wahrgenommen und geschätzt werde. „Das ist ganz wichtig für uns. Was wir als Verein tun, machen wir schließlich nicht zum Selbstzweck, sondern weil wir denken, dass wir im kulturellen Bereich eine wichtigen Beitrag für die Region leisten können.“ Der Verein hat sich die „Förderung von Künstlern und Projekten, die sich mit dem Erhalt der Nutzung und der künftigen Entwicklung der Industrieanlage Alsen befassen“, zum Ziel gesetzt.

Im Rechtsstreit gibt es derweil keine Neuigkeiten. Einen Termin für eine Gerichtsverhandlung zum Thema Räumungsklage gebe es bisher nicht, sagt Stadtsprecher Frank-Dieter Simon. Sowohl die Stadtverwaltung als auch der Verein bestätigten, dass die Positionen unverändert sind. Beide Seiten hatten zuletzt gegenüber unserer Zeitung grundsätzliche Gesprächsbereitschaft signalisiert, erwarten aber zunächst jeweils ein Entgegenkommen der anderen Seite.

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erstellt am 27.Jul.2017 | 05:58 Uhr

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