Bürgerprotest : Unterschriften gegen Schwerlastverkehr

Das Heraushalten des landwirtschaftlichen Schwerlastverkehrs aus der Innenstadt diskutierten die SPD-Mitglieder bei der Versammlung in Heiligenstedten.
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Das Heraushalten des landwirtschaftlichen Schwerlastverkehrs aus der Innenstadt diskutierten die SPD-Mitglieder bei der Versammlung in Heiligenstedten.

SPD Wilster kämpft weiter für eine ruhige Rathausstraße

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26. Juni 2014, 05:00 Uhr

Er ist zu schwer, zu laut, zu gefährlich – der landwirtschaftliche Schwerlastverkehr, der mitten durch die Rathausstraße fährt. Die SPD Wilster kämpft schon lange dagegen an, bisher jedoch will das nicht hinnehmen. In der Diskussion während der Mitgliederversammlung äußerten sich viele Genossen verärgert über die bisherigen Ergebnisse.

Den landwirtschaftlichen Schwerlastverkehr in der Rathausstraße wolle die SPD schon lange aus der Stadt heraus haben, wie die Vorsitzende Natascha Böhnisch betonte. Das stelle sich jedoch als schwieriger heraus als gedacht. „Gespräche sind im Sande verlaufen. Eine Resolution in der Ratsversammlung ist gegen die Mauer gerannt, wir haben demonstriert, waren mit Trillerpfeifen auf der Straße, um auf Schäden und Gefahren aufmerksam zu machen. Es ist alles verpufft“, stellte sie beinahe resigniert fest. So habe der Vorstand Ideen entwickelt, um einer Lösung noch einmal weiteren Schub zu verleihen. „Wir wollen zum Beispiel eine gemeinsame Unterschriftenaktion mit der CDU starten, denn das betrifft Gesamt-Wilster“, sagte sie. „Alle Gebäude leiden unter dem Verkehr. Wir haben viel Geld hineingesteckt, und die Sicherheit betrifft alle Bürger.“ Einbezogen werden könnte auch die Denkmalpflege. „Wir haben auch hier viel Geld ausgegeben und haben das Interesse, dass das Sanierte auch bestehen bleibt.“

Während Helmut Jacobs darauf wies, dass der Verkehr an dieser Stelle weniger geworden sei, erntete er damit den Protest der weiteren Mitglieder: „Warte mal ab, bis die Erntezeit wieder los geht“, sagte Otto Andresen. Warten wollen sie hingegen nicht, bis die B5 nach Brunsbüttel dreispurig ausgebaut ist und die Fahrzeuge dann vielleicht dort fahren. Ein weiterer Vorschlag: auch den Kreis für das Problem sensibilisieren. Da die Fahrzeuge immer größer werden, sollte dieser endlich die B5 frei machen. „Sonst lassen wir die Autos an der Straße stehen. Denn die jagen bis nach Neumünster mit ihrem Mais.“

Die Fahrzeuge dürften eine Breite bis zu drei Metern haben. „Das ist für die Johann-Meyer-Straße zu breit. Da wird über den Kantstein gefahren, dass Kinder in die Büsche springen müssen“, ärgerte er sich. „Vielleicht hilft hier nur öffentlicher Ungehorsam.“ Nummern aufschreiben und Fotos machen waren weitere Vorschläge, um der Sache Herr zu werden. Und er erinnerte daran, dass viel Geld in innerstädtischen Straßenbau und in Brückensanierung gesteckt wurde – und diese fast schon wieder kaputt gefahren worden seien.

Ein anderer regte an: „Vielleicht hilft es ja, wenn Behörden, die Denkmalpflege und andere Gemeinden gemeinsam dagegen vorgehen.“

Der Schwerlastverkehr sei nur ein Aspekt in der künftigen Arbeit des SPD-Ortsvereins Wilster. Wie Vorsitzende Natascha Böhnisch mitteilte, wollen die Genossen in künftigen Versammlungen immer ein politisches Thema aus dem Kommunalwahlprogramm sowie aktuelle Ereignisse aufgreifen – neben dem Schwerlastverkehr beispielsweise die Situation der Stadtwerke.

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