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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 14:33 Uhr

Neuer Halt : Unterschriften für Bahnprojekt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Eine Ausbremsung aus Kiel sorgt für die spontane Aktion des Kaufmännischen Verein Kellinghusen. Der KVK startet eine Unterschriftenaktion. Die Resonanz ist enorm.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2013 | 05:00 Uhr

Trommeln für die Bahn – der Kaufmännische Verein Kellinghusen (KVK) startete kurzfristig eine Unterschriftenaktion für die Reaktivierung der Strecke Kellinghusen-Wrist und eine direkte Verbindung nach Hamburg-Altona. Bei allen Mitgliedern liegen Listen aus. „Damit wollen wir der Landesregierung die hohe Akzeptanz des Bahn-Projekts vor Augen führen“, sagt KVK-Chef Timo Laackmann.

Die Wirtschaft war sogleich Feuer und Flamme, als vor gut einem Jahr die LVS Schleswig-Holstein GmbH mit einem maßgeschneiderten Plan zur Wiederinbetriebnahme der Strecke aufwartete. Förmlich zu spüren war die Begeisterung beim Kaufmannsessen, wo LVS-Vertreter Jochen Schulz das Vorhaben detailreich darlegte und mit dem Anschluss an die „S4“ sogar eine Einbindung in das Hamburger S-Bahnnetz bis 2027 in Aussicht stellte. Schon 2015 sollte der Zug vor Ort auf die Schiene gesetzt werden. Eine Ausbremsung aus Kiel sorgt nun für die spontane Aktion der Kaufleute. „Es machen alle mit, die Nachfrage nach Unterschriftenlisten ist enorm“, beschreibt Laackmann ein überaus starkes Interesse. „Niemand kann verstehen, weshalb die Landesregierung jetzt zurückrudert,“ gibt er die Meinung im KVK wieder.

Einig sind sich auch die Vorstandsmitglieder Martin Dethlefsen, Andreas Hauschildt und Ralf Sievers: Die LVS habe einen Schritt in die richtige Richtung getan und eine tolle Arbeit geleistet. „Endlich einmal ein Projekt, wo 98 Prozent der Bevölkerung dahinter stehen, sonst ist es immer anders herum“, sagt Sievers. Genial und eine sinnvolle Investition in die Zukunft nennt Dethlefsen das LVS-Vorhaben, ein gesamtes Amt mit rund 24 000 Menschen besser an Hamburg anbinden zu wollen. Auch Kiel müsste doch klar sein, dass die Schiene Stadt und Land der Metropolregion ein gutes Stück näher bringt. „Man braucht nur die Zeitung aufzuschlagen, um den Stellenwert des Bahnanschlusses für unsere Region zu ermessen“, verweist Dethelfsen – auch als Kreistagsmitglied für die Bürgerliste Steinburg – auf diverse Studien. Zuletzt habe das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (siehe unsere Ausgabe 6. September) deutliche Ziffern hinsichtlich des Wohnungsmarkts präsentiert.

„Die Städte boomen, das Land blutet aus, da kommen Kosten in ungeahnter Höhe auf uns zu.“ Mit einer Bahnanbindung wäre eine ganz andere Nähe zum Speckgürtel Hamburgs erreicht, so Dethlefsen. Besser noch, wenn der Name Kellinghusen als Endstation auf dem S-Bahnplan erscheine. „Vor diesem Hintergrund ist die errechnete Investitionssumme von gut sechs Millionen Euro für Schienenreaktivierung sehr vernünftig angelegtes Geld,“ stellt Dethlefsen heraus. Für Neubürger, insbesondere für junge Familien, halte die Stadt bezahlbaren Wohnraum, ein gutes Angebot von Krippen- und Kitaplätzen, eine Grund- sowie Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe sowie ein beheiztes Schwimmbad vor. Inzwischen haben die Kaufleute auch bei Handwerkskammer und Unternehmensverband Westküste Alarm geschlagen. Dort werde die Stärkung des Schienenverkehrs mit Hinweis auf den Straßenbau begrüßt. Laackmann: „Wir werden zwölf Jahre Baustelle auf der A 7 bekommen, massive Probleme sind auch für die A 23 vorausgesagt. Signaturen pro-Bahn können noch bis Ende September geleistet werden.

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