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Norddeutsche Rundschau

19. Oktober 2017 | 18:44 Uhr

Unterschriften für Bahn-Halt

vom

Heiko Schlüter übernimmt die Organisation/ Ziel ist, die Haltestopps der Marschbahn in Glückstadt zu sichern

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Glückstadt | Den Bahnhalt in Glückstadt für die Marschbahn erhalten - das ist Ziel aller Parteien und der Stadt Glückstadt. Jetzt wurde die Idee geboren, dass sich Glückstädter und andere Bürger in Form von Unterschriften beteiligen sollen. Damit soll mehr Druck auf Kiel ausgeübt werden, denn dort wird die Zukunft der Bahnhalte in Glückstadt entschieden. Organisator der Aktion wird Heiko Schlüter sein. Der Glückstädter ist als Experte im Ausschuss für Bahnfragen und Pendler. Wann die Aktion startet, wird noch bekanntgegeben.

Dies war ein Fazit der Podiumsdiskussion Thema "Ausschreibung Netz West - Zukunft des Bahnhaltes der Marschbahn in Glückstadt". Es diskutierten Heiko Schlüter, der Landesvorsitzende von Pro Bahn, Stefan Barkleit, sowie Dr. Patrick Breyer, Landtagsabgeordneter der Piraten und Mitglied im Kieler Wirtschaftsausschuss. Dr. Siegfried Hansen moderierte.

Es ging um die Ausschreibung der Strecke, die ab 2015 neu vergeben wird. Die Landesverkehrsgesellschaft hatte angekündigt, dass die Marschbahn - auf dieser Strecke fährt jetzt die Nord-Ostsee-Bahn - dann nicht mehr in Glückstadt hält. Wie berichtet, hat dies für viel Wirbel gesorgt. Der jetzige Stand: der Halt könnte eine Option in der Ausschreibung sein. Diejenigen, die für die Strecke als Anbieter auftreten, können mit angeben, ob sie in Glückstadt halten wollen oder nicht. Den Glückstädter Parteien geht es darum, dass die Haltestopps verbindlich sein sollen.

Hilfe gibt es von mehreren Landtagsabgeordneten, zu denen auch Dr. Breyer gehört. "Der schlimmste Fall ist, dass die Marschbahn in Glückstadt nicht mehr hält." Er dankte den vielen Glückstädtern, die sich bisher beteiligt haben. "Super, was hier auf die Beine gestellt wurde." Der Dank ging auch an Mitgliedern von Pro Bahn, die Expertenarbeit geleistet haben. "Solche Beratung brauchen wir", gab der Landtagsabgeordnete zu. Das in der letzten Legislaturperiode im Wirtschaftsausschuss die Exklusiv-Ausschreibung für nur einen Halt einer Bahn "durchgerutscht" war, dürfe nicht wieder passieren. Und da die Marschbahn auf der Strecke sowieso fahre, sei nicht einzusehen, warum sie nicht in Glückstadt halten sollte - so wie jetzt auch. Einig waren sich Dr. Breyer und Dr. Hansen, dass die Landesverkehrsgesellschaft (LVS) nicht ausreichend informieren würde.

Sollte die Bürger-Aktion gelingen, könne sich Glückstadt für den Nachhaltigkeitspreis bewerben, sagte Stefan Barkleit. Auf der anderen Seite dämpfte er auch die Hoffnung, dass es der Stadt gelingen könnte. Ziel sei ursprünglich sogar gewesen, für Glückstadt einen Halbstundentakt zu erreichen. "Das bekommen wir nicht realisiert. Das ist bitter." Jetzt müsse abgewartet werden, wie die Ausschreibung für die Marschbahn aussieht.

Dr. Breyer und Dr. Hansen waren sich einig, dass das Verfahren transparenter sein sollte. Aber Breyer erklärte auch, dass das Thema Ausschreibung nichtöffentlich ist und auch nichts nach außen dringen darf. "Deshalb können wir andere nicht einbinden", erklärte der Landtagsabgeordnete hinsichtlich der Experten von Pro Bahn.

Heiko Schlüter sprach über den Werdegang und die Proteste aus Glückstadt, die teilweise schon gefruchtet haben. "Die Landesverkehrsgesellschaft hatte Glückstadt schon abgehakt. Sie haben aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Alles, was die LVS vorbereitet, muss kritisch beäugt werden."

Uwe Mertens (Grüne) forderte zur Aktivität auf. "Das Thema darf nicht einschlafen. Wir müssen weiterhin in den Fraktionen Arbeit leisten." Dem Stimmte auch Paul Roloff (SPD) zu.

Ein Gast erklärte, er sei extra aus Brunsbüttel nach Glückstadt gezogen, um die gute Zuganbindung zu haben. Eine Zuhörerin, die aus Heide zuzog, erklärte das Gleiche. Da sie immer noch mit Pendlern aus Heide im Zug fährt, weiß sie: "Die Heider verstehen die Diskussion nicht." Für sie sei klar, dass die Marschbahn weiter in Glückstadt halten müsste.

Dr. Hansen sprach von 15 000 Menschen aus Glückstadt und dem Umland, die von den Plänen der LVS betroffen seien.

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