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Stadtwerke : Unternehmen ist aus der Verlustzone

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Erstmals in der jungen Unternehmensgeschichte schreiben die Brunsbütteler Stadtwerke schwarze Zahlen. Bis 2015 wird die Grundversorgung in der Stadt angepeilt.

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2013 | 05:00 Uhr

„Stadtwerke Brunsbüttel – eine Erfolgsgeschichte?“ Diese Frage beantwortete deren Geschäftsführer Andreas Wulff schon nach dreijährigem Bestehen des Unternehmens mit einem klaren Ja. Im Zuge der Rekommunalisierung hatten die Stadtwerke im Jahr 2011 die Strom- und Gasnetze von SH-Netz und Eon übernommen. „Wir sind kein Einzelfall, aber mit der Entstehung auf der grünen Wiese durchaus einmalig“, sagte Wulff auf einem öffentlichen Gesprächsabend der CDU Brunsbüttel.

Den Erfolgskurs der Stadtwerke Brunsbüttel (SWB) umriss Wulff mit konkreten Zahlen: „Wir sind auf dem Weg zu 2000 Kunden in der Gas- und 3000 Kunden in der Stromversorgung.“ Die Bilanzsumme kletterte auf 24,5 und der Umsatz auf 12,5 Millionen Euro. Aktuell arbeiten die Stadtwerke mit sechs Mitarbeitern. Diese verhältnismäßig geringe Mannschaftsstärke begründete Wulff mit dem Einkauf vieler Dienstleistungen von den Stadtwerken Itzehoe.

Das Versorgungsgebiet der SWB als 100-prozentiger Tochter der Stadt Brunsbüttel ist zwar auf das Stadtgebiet und das südliche Dithmarschen begrenzt, doch es gibt auch Abnehmer im ganzen Land. Zum Portfolio gehören außerdem die Windenergie aus der Beteiligung am Windpark Brunsbüttel, die Wärmeerzeugung und deren Transport von Sasol zum Elbeforum und Luv, zwei Photovoltaikanlagen, die öffentliche Straßenbeleuchtung und aktuell ein in der Koogstraße verlegtes Glasfaserkabel. In Vorbereitung ist der Aufbau von zwei Strom-Tankstellen für Kraftfahrzeuge mit Elektroantrieb.

Mit der Zeichnung von Anteilen am Bürgerwindpark – vermutlich ab Sommer nächsten Jahres – suchen die Stadtwerke noch mehr Bürgernähe. „Ein Riesenpfund, mit dem wir wuchern können“, so Wulff. Er sei zuversichtlich, dass die Stadtwerke Brunsbüttel schon 2015 den Grundversorger-Status erreichen werden. Es gelte, neue Geschäftsfelder zu erschließen, um noch mehr Arbeitsplätze zu schaffen und durch Auftragsvergaben an die heimische Wirtschaft die Wertschöpfung vor Ort zu steigern. Ein Ziel: Den Kunden faire Preise anbieten.

Wulff zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung der Stadtwerke, die in diesem Jahr erstmals schwarze Zahlen schreiben werden. „Der Zuspruch der Bürger ist da.“ Sie wollten keine anonymen Callcenter, sondern Ansprechpartner vor Ort. Zufriedene Kunden seien Multiplikatoren für stetiges Wachstum, aus dem heraus auch die Stadt mit einer dauerhaften Gewinnbeteiligung rechnen könne.

Den Strombedarf in der Stadt bezifferte Wulff mit 20 Megawatt. Nach Inbetriebnahme des Windparks Westerbelmhusen rechnet er mit einer Stromerzeugung von 33 Megawatt, „wenn der Wind kräftig weht und die Sonne scheint“. Dann könnten erhebliche Mengen an das öffentliche Netz abgegeben werden,

Abschließend räumte Wulff ein, dass in der Geschäftsentwicklung Geduld gefragt sei. Erst nach zehn Jahren sei zu bewerten, ob man auf dem richtigen Weg sei. Der Stadtwerkechef ist optimistisch, denn schon jetzt gewinne man Monat für Monat durchschnittlich 200 bis 250 neue Kunden. Jens-Christian Magnussen bezeichnete transparente Preise als Grundvoraussetzung für das Werben neuer Kunden. Zugleich appellierte er an die Bevölkerung, zu den Stadtwerken zu wechseln, „damit das Geld in Brunsbüttel bleibt“. Er wies auf die an der Strombörse auf ein historisches Tief gesunkenen Preise hin, aber auch auf die Preistreiber Erneuerbare Energien-Gesetz und andere Sonderabgaben.

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