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Bebauungskonzept : Unterer Koogstraße fehlt Profil

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Brunsbüttel: Liberale bezweifeln Nutzen einer teuren Untersuchung und warnen Anlieger vor drohender Veränderungssperre für ihre Immobilien. Das nötige Geld sei mit Sofortmaßnahmen sinnvoller angelegt.

„Früher waren wir mal stolz darauf, dass die Koogstraße als Einkaufsmeile einen Kilometer lang war“, sagt Jürgen Mohr. Doch das ist Vergangenheit, besonders für den Abschnitt zwischen Braake-Brücke und der Kreuzung mit der Eddelaker Straße. Es sieht trist aus, Geschäfte sind auf dem Rückzug. Ein 100 000 Euro teures Konzept, zu 80 Prozent aus EU-Mitteln gefördert, soll die Grundlage für neues Wohnen an der Koog- und auch an der abzweigenden Brunsbütteler Straße bis zum Hotel Kleiner Yachthafen schaffen.

Zumindest die FDP der Schleusenstadt ist davon nicht begeistert. Denn ihrer Ansicht nach seien die 20 000 Euro städtischer Anteil an dem Konzept mit Sofortmaßnahmen wie Fußwegsanierung besser angelegt. Das versuchte Ratsfrau Bettina Jebens in einer Gesprächsrunde mit Anliegern zu verdeutlichen. Der Einladung waren allerdings nur wenige der Hauseigentümer gefolgt.

Dabei könnten die von den Plänen der Stadt ganz schnell besonders betroffen sein. Jebens warnte vor einer Veränderungssperre. Die könnte drohen, um das Konzept nicht auf Anhieb zunichte zu machen. Das bedeutet, Hauseigentümer dürften ihre Immobilien in diesem Bereich nicht mehr einfach von Wohn- in Geschäftshäuser – oder umgekehrt – umbauen. „Ein Konzept, das vorsieht, wie Sie planen dürfen, ist nicht nach meinem Geschmack“, betonte Jebens. Gleichwohl gebe es auch für sie keinen Zweifel am Handlungsbedarf.

Ihr Fraktionskollege in der Ratsversammlung, Michael Mohr, befand allerdings, dass Überlegungen, die untere Koogstraße und die Brunsbütteler Straße attraktiver zu gestalten, „15 Jahre zu spät“ kämen. Etliches der alten Bausubstanz sei eher für einen Abriss als für einen Umbau geeignet. Und grundsätzlich, so der Liberale, müsse die Koogstraße als Ganzes betrachtet werden. Mohr mahnte denn auch: „Es darf keine Entscheidung geben, die am Bürger vorbei geht.“

Die wenigen Anwesenden setzten am Ende darauf, zu versuchen, weitere Anlieger aus diesem Bereich zu aktivieren. Jürgen Mohr schließlich richtete den Blick auf die gesamte Straße und regte an, dass auch im unteren Bereich Tempo 30 eingeführt werden solle, mit einem auf der Fahrbahn markierten Radweg. Das, kündigte Michael Mohr an, werde er über den Bauausschuss in die Diskussion bringen.

Ob aber zunächst das von den Stadtpolitikern mehrheitlich beschlossene Konzept von den Anliegern in einem so frühen Stadium beeinflusst werden könne, blieb an diesem Abend offen. Die Brunsbütteler FDP hat für sich aber einige Anregungen für die zukünftige Diskussion mitgenommen.

Die Grundlage für das angestrebte Konzept liefert das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK). Auch dort wird das Gespräch empfohlen: „In allen Fällen sind die Bewohner in den Entwicklungsprozess einzubeziehen. Sie werden von Modernisierungsmaßnahmen direkt betroffen“, schreiben die Planer der Stadt in die 120 Seiten dicke Expertise. Die liefert übrigens für den Bereich gleich eine Empfehlung: „Wohnen 65 plus“ biete sich in diesem Abschnitt der Koogstraße besonders an. Die Nähe zu zwei Einkaufsbereichen, obere Koogstraße und Neues Zentrum, lässt dies sehr attraktiv erscheinen.

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erstellt am 13.Sep.2013 | 05:00 Uhr

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