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Tour mit jugendlichen : Unter Segeln in die Karibik

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ilse Boskamp erzählt in der Reihe „Reisen, staunen, berichten“ der Itzehoer Kaiser-Karl-Schule von ihrem Törn mit der „Thor Heyerdahl“.

shz.de von
erstellt am 16.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Ein halbes Jahr auf dem Dreimaster „Thor Heyerdahl“ mit 31 anderen Jugendlichen verbringen und bis in die Karibik segeln – der Traum eines jeden segelbegeisterten und abenteuerlustigen Schülers. Ilse Boskamp hat ihn sich erfüllt. Die damals 13-Jährige bewarb sich im Jahr 2011 für das „Klassenzimmer unter Segeln“ und wurde angenommen. „Ich bin durch meine Mutter darauf gekommen und wollte sofort mit“, schilderte die Zwölftklässlerin der Kaiser-Karl-Schule. In der Aula berichtete sie in der Reihe „Reisen, staunen, berichten“ über ihre Erlebnisse.

Bis ihr die Teilnahme an dem Projekt der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zugesagt wurde, war es ein langer Weg. Nach der Bewerbung musste sie geraume Zeit warten, dann kam der Probetörn, und erst danach wurde eine endgültige Auswahl der Teilnehmer getroffen. Los ging es dann im Oktober von Kiel aus. Zu jener Zeit war es das vierte Mal, dass das Projekt „Klassenzimmer unter Segeln“ stattfand. Schüler und Besatzung sahen einem schönen Törn wie in den Jahren zuvor entgegen. Ganz so problemlos verlief das halbe Jahr auf See dann aber nicht.

Die erste Etappe war durch den Nord-Ostsee-Kanal bis nach England und von dort nach Teneriffa geplant. Da das Wetter gut war, hatte die Mannschaft beschlossen, um Dänemark herum zu fahren, dort trafen sie jedoch auf einen Sturm und verloren Zeit. Die „Thor Heyerdahl“ kehrte um und wählte doch die Route durch den Nord-Ostsee-Kanal. Weiter ging es nach England, hier fand auch der erste Landgang statt, begleitet von den ersten Anrufen nach Hause. „Langsam war auf dem Schiff der Bordalltag eingekehrt“, erzählte Ilse Boskamp. Dieser bestand aus zwei Wachen am Tag, Putzen, Backschaft, Segel nähen und den Ausguck besetzen. Jeden zweiten Tag fand Schulunterricht statt.

Nach England folgte Teneriffa. „Da haben wir das erste Mal Delfine gesehen“, berichtete die 16-jährige Gymnasiastin. Die Seefahrer bestiegen den Teide, den höchsten Berg Spaniens, und übernachteten bei Gastschülern. Durch den Zeitverzug „kam die Planung dort leider ein wenig durcheinander“. Nun folgte der längste Teil auf See. 23 Tage dauerte die Atlantiküberquerung. Sie war geprägt von der ersten Schiffsübergabe, bei der die Schüler komplett das Kommando übernehmen und nur noch teilweise von der Stammmannschaft beraten werden.

Schließlich erreichte der Dreimaster St. Vincent und die Grenadinen, wo die Schüler schnorchelten und sich mit dem Ökosystem vertraut machten. Nach diesem Aufenthalt ging es weiter in die Karibik nach Grenada. Dort wurde bei 30 Grad Weihnachten gefeiert. Ein besonderes Erlebnis war der folgende Aufenthalt in Panama. Die Schüler wanderten im Urwald und lernten die Kuna-Indianer kennen. Zudem stand eine Vulkanbesteigung auf dem Plan. Schließlich ging es weiter zu den Naso-Indianern, die die Schüler an die traditionelle Kakao-Herstellung heranführten.

Nach Panama folgte Kuba. Der Kapitän wollte auf dem Weg einen spontanen Abstecher zu den Cayman-Inseln machen, doch die örtlichen Behörden hatten etwas dagegen. Auf Kuba erlebten die Jugendlichen einen einwöchigen Landaufenthalt mit einer Fahrradtour und dem Besuch eines Internats. Danach ging es weiter zu den Bermudas – Ilse Boskamps Lieblingsinseln. „Hier hat man gemerkt, dass die Gruppe wirklich sehr gut zusammengeschweißt war und die Teamarbeit super funktionierte.“ Zu der Zeit war schon die Hälfte der Reise um, das letzte Ziel waren die Azoren. Jedoch geriet das Schiff zweimal in einen Sturm, bis schließlich die Inseln erreicht werden konnten. „Bei Sturm steht dann auch mal das Deck halb unter Wasser, aber man gewöhnt sich dran“, erzählte die KKS-Schülerin.

Nach einer Tour zu Walen auf den Azoren und dem Besuch eines Segler-Cafés stand die letzte Etappe über England durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Kiel an. „Das war die Das-letzte-Mal-Zeit, das letzte Mal putzen, die letzte Schiffsübergabe, das letzte Mal Backschaft“, berichtete die Zwölftklässlerin. Das Schiff wurde von oben bis unten geputzt und gestrichen, „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ wurde Kiel erreicht.

Das halbe Jahr auf See sei eine sehr schöne Zeit gewesen, so das Fazit von Ilse Boskamp. „Der Zusammenhalt auf dem Schiff war unglaublich, wir haben supertolle Orte gesehen und unglaubliche Erfahrungen gemacht.“ Auch aus Sicht von KKS-Leiter Dr. Hartmut Blank ist das Klassenzimmer unter Segeln eine „unheimliche Bereicherung: Die Weltläufigkeit wird geschult, und die Sozialkompetenz wird gefördert. Das ist wirklich toll.“

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