Handwerk : Unser täglich Brot aus der Backstube

Alfred Schildhauer (links) und Klaus Karlau mit Bäckermeister Reinhold Witt.
1 von 2
Alfred Schildhauer (links) und Klaus Karlau mit Bäckermeister Reinhold Witt.

Heimatfilmer haben neues Projekt in der Stadtbäckerei Witt in Glückstadt. abgeschlossen. Der Film verfolgt den Weg des Getreides vom Acker bis zum Verzehr.

shz.de von
31. Mai 2015, 16:43 Uhr

Wie wird aus Getreide Brot? Mit dieser Frage beschäftigt sich das neue Filmprojekt der Hobbyfilmer Alfred Schildhauer und Klaus Karlau.

Schildhauer wohnt seit 1974 in der Engelbrechtschen Wildnis und hat den Strukturwandel in der Landwirtschaft beobachtet: „Früher wurde am Rhin auf jedem Quadratmeter Gemüse angebaut. Seit einigen Jahren beobachte ich, dass viele Gemüseanbaubetriebe aufgegeben haben und auf den Flächen Getreide wächst.“ Das inspirierte den 78-Jährigen nach einem Film über den Gemüseanbau jetzt eine Dokumentation über den Getreideanbau und die Verarbeitung zu machen.

Bereits im Frühjahr des vergangenen Jahres haben Schildhauer und sein ebenfalls 78-jähriger Partner Klaus Karlau aus Brokdorf begonnen, den Getreideanbau und die Ernte zu begleiten. Gemeinsam erstellten sie den Drehplan, wählten die Drehorte aus, suchten Interviewpartner aus und führten Regie.

Für diesen Film hat er als Protagonisten den Landwirt Peter Nagel vom Herzhorner Rhin gewonnen, der zusammen mit seinem Enkel Hannes durch ein Weizenfeld streift und über den Anbau und die Ernte früher und heute erzählt.

Um zu zeigen, wie das Korn gemahlen wird und daraus Brot entsteht, wurden weitere Aufnahmen in der Stadtbäckerei Witt in Glückstadt gemacht. Schildhauer: „Wir haben diese Bäckerei ausgewählt, weil sie sich in dem ältesten Haus in Glückstadt befindet und hier bereits seit 1631 gebacken wird.“ Bäckermeister Reinhold Witt führt den Betrieb bereits seit über 50 Jahren und kann mit den hauseigenen Mühlen das Korn je nach Bedarf zu Mehl verarbeiten. Der 77-Jährige fertigt das Brot überwiegend in traditioneller Handarbeit an. „In unserer Backstube stellen wir 60 verschiedene Brotsorten her. Besonders stolz sind wir auf unser Dampfbrot.“

Im Film wird gezeigt, wie dieses Vollkornbrot aus Sauerteig aus dem Ofen kommt. Das Dampfbrot wird zum Backen in Folie eingehüllt und im Wasserbad gekocht. Den besonderen Geschmack erhält das Brot durch den Zusatz von Keimlingen aus Roggen, Weizen und Dinkel.

Nach den Aufnahmen ist die Arbeit für die Filmemacher aber noch lange nicht vorbei, wie Karlau erzählt: „Das Schneiden und Vertonen macht noch eine Menge Arbeit. Aber wir haben viel Spaß an unserem Hobby und lernen dabei viele interessante Menschen kennen.“ Die Kosten der Produktion tragen die beiden Männer selbst. Alfred Schildhauer und Klaus Karlau filmen bereits seit dem Jahr 2000 und haben im Frühjahr ihren Film über die Fähre Kronsnest „Von Ufer zu Ufer – Fährmann hol över“ präsentiert. Die neue Produktion über Korn und Brot wird eine Länge von 50 Minuten haben. Schildhauer: „Wir sind gerne bereit, den Film bei passenden Anlässen, wie beispielsweise dem Erntedankfest, einem interessierten Publikum zu zeigen.“

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen