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Ausstellungshalle : Ungewöhnliches Konzept statt großer Namen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seit zehn Jahren besteht die Arthur-Boskamp-Stiftung, 2007 begann der erste Kurator mit seiner Tätigkeit im M.1. Seither wird das ungewöhnliche Konzept immer weiter entwickelt.

Arthur Boskamp (1919-2000) hatte selbst gemalt, gedichtet und alljährlich Ergebnisse in einem Kalender veröffentlicht. Schon zu Lebzeiten engagierte der Unternehmer über mehrere Jahre Fachleute für Ausstellungen in seinem Kunsthaus. 2003 gründete die Tochter Ulrike die nach ihm benannte Stiftung und legte damit den Grundstein für das heutige M.1. Schon von Anbeginn verband die promovierte Kunsthistorikerin damit den Wunsch „Kunst und Ort zu mischen“, wie sie 2007 zur Eröffnung des M.1 erklärte.

Als erster Kurator kam der Künstler Filomeno Fusco aus Hamburg ins M.1. Ihm folgten im Jahrestakt nacheinander Petra Reichensperger, Katja Schroeder und Brigitte Kölle. Alle vier kamen schon als gestandene Ausstellungsmacher nach Hohenlockstedt. Durch ihr Wissen und ihre Hintergrundarbeit entwickelte sich das Haus zu einem funktionierenden Apparat. „Anfangs wollten wir national und international mitspielen“, erinnert sich Ulrike Boskamp. „Inzwischen haben wir uns davon freigemacht. Ich brauche keine großen Namen. Das M.1 ist in dieser kurzen Zeit ein erstaunlicher Ort geworden.“ Dafür bilden Jörg Hischke, Bettina Kruse und Silvia Kruse inzwischen im Hause vor Ort ein zuverlässig arbeitendes Team.

Mit Michael Bonk kam im 2012 der Vertreter einer neuen Generation von Ausstellungsmachern in das M.1. Ihm ging es nicht um eine Präsentation fertiger Ergebnisse, sondern das Sichtbarmachen von Entwicklungen. Er ließ eine Küche einrichten, die besonders zu den Eröffnungen für kreative Aktionen benutzt wurde.

Die aktuelle Kuratorin, Annette Hans, hat – ähnlich wie Bonk – den kreativen und konzeptionellen Prozess der Künstler im Fokus. Zusammen mit ihrem Vorgänger, seit kurzem stellvertretende Stiftungsleitung, arbeitet sie am neuen M.1-Konzept. Was bleibt, ist der Filmclub mit seinem kleinen, aber feinen Programm. Das Haus wird zwar mit seinen Veranstaltungen in den Medien regelmäßig berücksichtigt, das Publikumsinteresse müsse aber noch mehr geweckt werden, so Ulrike Boskamp. Das neue M.1-Konzept sieht daher die Festigung des Hauses als Nische für zeitgenössische Kunst ebenso vor wie die verstärkte Einbindung der Region, beispielsweise mit einer neuen monatlichen Veranstaltungsreihe, die Bonk zurzeit vorbereitet. Boskamp ist überzeugt: „Viele nehmen das M.1 wie Fernsehen wahr. Diesen Umgang wollen wir aufbrechen.“ Mit Filmen, Vorträgen und Diskussionen sollen ab Oktober globale und lokale Themen ins Bewusstsein gerückt werden.

Da fügt sich Annette Hans’ Traum perfekt hinein: „Das Café ist für mich ein Segen.“ Sie sieht diesen Ort als Keimzelle möglicher Kontakte, für „Kneipengespräche ohne Bier“. Auch in der aktuellen Präsentation löst sie die räumliche Grenze zwischen Ausstellungsräumen und Café auf, tritt die Kunst in direkten Dialog mit den Kaffeetrinkern (wir berichteten). Die nächste Ausstellung widmet sich der Malerei und wird am 15. September eröffnet.

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