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Norddeutsche Rundschau

24. September 2017 | 09:00 Uhr

Verkehrsbericht : Unfallzahlen steigen deutlich an

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Verkehrssicherheitsbericht für den Kreis Steinburg weist einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 10,8 Prozent aus

von
erstellt am 12.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Es waren beunruhigende Nachrichten, die Polizeihauptkommissar Michael Raupach gestern im Gepäck hatte. Die Zahl der Unfälle in Steinburg ist 2015 im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen, nämlich um 10,8 Prozent. Das belegt der regionalisierte Verkehrssicherheitsbericht der Polizei. Damit liegt der Kreis über dem Landesdurchschnitt. In Schleswig-Holstein betrug der Anstieg der Verkehrsunfälle gegenüber 2014 „nur“ 7,1 Prozent.

Für die Vorstellung der Statistiken wählten die Verantwortlichen erstmals einen symbolischen Ort aus. Am so genannten Adler-Kreisel in Itzehoe hatten Polizei sowie die Verwaltungen von Stadt und Kreis geladen. Der Kreisverkehr ist der Unfallschwerpunkt in Steinburg und hat es mit fünf weiteren Orten auf die unbeliebte Liste der Unfallhäufungsstellen geschafft (siehe Infokasten rechts). Neun Mal hat es in 2015 am Adler gekracht. „Gott sei Dank hatten wir dabei keine Toten zu beklagen“, sagt Michael Raupach. Dennoch blickt er mit Sorge auf eine der meist befahrenen Straßenkreuzungen der Stadt, auf der es Jahr für Jahr mehrmals zu Unfällen kommt. Fünf Abzweige sowie enge Ein- und Ausfahrten machen es den Verkehrsteilnehmern nicht leicht. „Es ist schon recht unübersichtlich, und man muss mit viel Aufmerksamkeit in diesen Kreisel hineinfahren“, so Raupach. Im anstehenden Sommer sollen neben weiteren Maßnahmen eine neue Asphaltierung sowie eine Auffrischung der Verkehrslinien für eine optisch klare Verkehrsführung sorgen.

Lediglich in zwei Bereichen wirft das Zahlenwerk bessere Werte aus als zuletzt. Acht statt neun Verkehrstote (in 2014) hatte der Kreis zu beklagen. Und die Zahl der Unfälle mit Fußgängern ist um 14,6 Prozent gesunken. Warum die Waage in 2015 gekippt ist, kann Raupach nur schwer erklären. „Die Gründe dafür lassen sich kaum benennen. Dafür müssen wir tiefer in die Analyse einsteigen.“ Zumal der Trend in der jüngsten Vergangenheit ein anderer, positiver war. „Es ist allerdings nicht so, dass wir nun abwarten und hoffen, dass die negativen Zahlen nur ein Ausrutscher waren“, so der Hauptkommissar. Die Verkehrsüberwachung habe man zuletzt wieder verstärkt und man werde sie weiter steigern. 193 Alkoholkontrollen wurden durchgeführt, bemerkenswerte 144 davon ergaben ein positives – beziehungsweise für den Fahrer negatives – Ergebnis. Die Polizeidirektion Itzehoe lege seit Jahren ein besonderes Augenmerk auf die Bekämpfung der Alkohol- und Drogendelikte im Straßenverkehr.

Mit baulichen Veränderungen bei Unfallschwerpunkten halten sich Stadt und Kreis indes zurück, wie Michael Nahrwold erklärt. „In diesem Fall“, so der Leiter der Verkehrsaufsicht des Kreises, „müsse man sorgfältig schauen, ob die Zahl der Unfälle an einem bestimmten Punkt dauerhaft hoch ist.“ Manchmal reiche das Beschneiden von Bäumen oder Büschen, um die Sicht zu verbessern. „Diesen Fall hatten wir in der Vergangenheit schon. Seither ist dort nichts mehr passiert“, erklärt Nahrwold.

Mit Sorge beobachten Michael Raupach und seine Kollegen die Nutzung von Smartphones während der Autofahrt. „Wir haben eine Vielzahl von Meldungen, die mit dem Satz beginnen. Das Fahrzeug kam aus ungeklärter Ursache von der Straße ab.“ Man müsse zwar mit unmittelbaren Rückschlüssen vorsichtig sein, aber die verstärkte Nutzung von Mobiltelefonen im Straßenverkehr sei zunehmend problematisch. Gleiches gilt für Unfallflucht. Immerhin hielt sich der Anstieg mit 6,3 Prozent (von 585 auf 622 Fälle) in Grenzen. Zum Vergleich: Im Kreis Rendsburg-Eckernförde stieg die Zahl der Flüchtigen gegenüber 2014 um 18,5 Prozent, landesweit lag der Anstieg bei 8 Prozent. Noch immer scheint die Androhung einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldbußen eine wenig abschreckende Wirkung zu haben.

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