Feuerwehrübung : Unfalleinsatz tadellos gemeistert

First Responder kümmern sich um „Unfallopfer“  Lennard, der nach einem Sturz vom Fahrrad bewusstlos  auf der Straße liegt.
First Responder kümmern sich um „Unfallopfer“ Lennard, der nach einem Sturz vom Fahrrad bewusstlos auf der Straße liegt.

Übung mit eingeklemmten Fahrzeuginsassen und verletztem Radfahrer mitten in Burg – alles klappt zur Zufriedenheit der Organisatoren.

shz.de von
02. Juni 2014, 12:00 Uhr

Es ist ein Unfall, wie er jeden Tag passieren kann: Ein Kind radelt über die Kreuzung, ein Auto weicht aus, gerät auf die weiche Bankette, überschlägt sich und bleibt auf der Seite liegen. Die Insassen stecken eingeklemmt und bewusstlos im Fahrzeug fest. Auch das Kind liegt bewusstlos nach einem Sturz auf dem Asphalt. So sah es das Szenario einer Übung der Burger Feuerwehr vor. Burgs stellvertretender Wehrführer Michael Baden hatte gemeinsam mit Zugführer Sven Zager die Übung ausgearbeitet. Nur Bürgermeister Hermann Puck war informiert.

Es ist Freitag 20.04 Uhr, als Burgs Pflichtwehr alarmiert wird. Wehrführer Thomas Kusch trifft um 20.10 Uhr als erster am Einsatzort Hochdonner Chaussee, Kreuzung Lindenstraße/zum Kattenstieg ein. Weitere rund 20 Feuerwehrmänner und -frauen folgen binnen einer Minute. First Responderin Lisa Dreeßen und ein Kollege kümmern sich sofort um den Jungen (Lennard Voß), weitere First Responder eilen den beiden ,,Schwerverletzten“ (Corinna Faller und Florian Haack) im Golf zu Hilfe. Kameraden bauen zeitgleich die Wasserversorgung auf, sperren die Kreuzung komplett ab, leiten den Verkehr um, bringen Schere und Spreizer zum Golf. Doch zunächst sichern sie den auf der Seite liegenden Wagen, unterbauen ihn mit Holz, verkeilen ihn mit zwei Leitern und befestigen den Wagen mit einem Stahlseil an einem Baum. Das dauert mehrere Minuten. Parallel dazu klemmt ein Kamerad die Batterie des Golf ab. Erst jetzt setzt Löschmeister Arne Puck die Hydraulikschere an, schneidet das Dach vom Golf. Es gilt, die „Opfer“ möglichst schonend zu bergen, weshalb ein Rettungsbrett zum Einsatz kommt, auf dem zunächst die auf der Rückbank eingeklemmte Frau, später der Fahrer abtransportiert werden. Das alles braucht enorm viel Zeit, zumal man bei der Übung besonders stark auf die Einhaltung aller Feuerwehrvorschriften achtet. 46 Minuten nach Alarmierung ist die Frau, nach 58 Minuten der Mann befreit.

Bürgermeister Hermann Puck sah eine perfekte Übung. Wehrführer Kusch wies darauf hin, das im Ernstfall die Abläufe schneller vonstatten gehen. Dass man den Wagen einfach zurück auf die Räder schubst, die eingeklemmten Opfer aus dem Wagen zieht, ist die Ausnahme und nennt sich ,,Crashrettung“. Die führt eine Wehr nur auf Anordnung eines Notarztes aus, ansonsten gilt: vor Ort stabilisieren und möglichst schonend die Opfer retten.

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