Unfall löst Schwelbrand aus

Mit der Drehleiter der Marner Wehr wurden 'eingeschlossene Personen' aus dem Dachgeschoss gerettet. Foto: Dummann (2)
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Mit der Drehleiter der Marner Wehr wurden "eingeschlossene Personen" aus dem Dachgeschoss gerettet. Foto: Dummann (2)

Großübung am alten Süderhastedter Kindergarten / Wehren aus fünf Gemeinden und Marne sowie THW und Rettungssanitäter beteiligt

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27. März 2013, 03:59 Uhr

Süderhastedt | Ein lauter Knall, knirschendes Metall, Erschütterung im ganzen Haus - dann absolute Stille! "Was ist passiert?", mögen sich Anwohner in der Schulstraße, gefragt haben, bevor sie zur Haustür eilten. Die ließ sich nicht öffnen, war von einem Pkw blockiert. Inge Schmidt-Sellenthin war mit überhöhter Geschwindigkeit bei Glatteis im Bereich des alten Kindergartens von der Fahrbahn abgekommen, schleuderte mit ihrem VW Golf in den Vorgarten. Sofort wurden Rettungswache und Feuerwehr von den Bewohnern alarmiert.

Um 19.40 Uhr heulten am Montagabend in Süderhastedt die Sirenen und leiteten damit eine groß angelegte Übung ein, deren Szenario der künftige Wehrführer Frank Halmschlag mit Peter Müller ausgearbeitet hatte. Unmittelbar nach dem Alarm waren die ersten Blauröcke vor Ort, rückten die Krumstedter Rettungssanitäter an. Während sofort begonnen wurde, den quer vor dem Eingang liegenden Pkw zu sichern und die darin eingeklemmte Frau zu bergen, stieg beißender Qualm aus dem Dach und den Fenstern auf. Brandmelder piepsten, aus dem Haus drangen Hilferufe: Durch den Aufprall des Pkw war es zu einem Schwelbrand im Eingangsbereich des Hauses gekommen. Einsatzleiter und amtierender Wehrführer Thies Kühl alarmierte die Nachbarwehren aus Frestedt, Eggstedt und Großenrade; später kamen die Eddelaker hinzu, die mit einer Wärmebildkamera die Rettungsarbeiten unterstützen sollten. Zusätzlich orderte er die Marner Drehleiter zur Personenrettung. Das THW Burg-Hochdonn rückte mit dem großen Beleuchtungswagen an und sorgte für gute Sicht.

Rettungskräfte bemühten sich um die verletzte Autofahrerin, Atemschutzgeräteträger drangen ins Gebäude ein und die Marner Kameraden bereiteten die Rettung über das Dachgeschoss vor. Insgesamt waren 15 Personen zu "retten".

Zahlreiche Schaulustige beobachteten das Geschehen ebenso wie Bürgermeister Uwe Schwieger, Amtswehrführer Dieter Kröger und sein Stellvertreter Claus Jensen. Schaulustige waren extra eingeladen worden, um sich von der Einsatzstärke und dem guten Zusammenspiel der Wehren, THW und Rettungswache ein Bild zu machen.

In der Scheune von Frank Halmschlag fand am Ende der rund 90-minütigen Übung die Abschlussbesprechung statt. "Wasser marsch!, hieß es zwar, aber wir verzichteten darauf die Hydranten wirklich aufzudrehen. Es ist zu kalt und man läuft dann Gefahr die Straße zu überschwemmen und in eine Eisbahn zu verwandeln", erläuterte Halmschlag.

Die Übung war jetzt angesetzt worden, damit der alte Kindergarten genutzt werden konnte, der nun abgerissen wird. "Es hat kleine Fehler gegeben, kam auch zu Verzögerung bei der Bereitstellung der Fahrzeuge und Kräfte. Darüber haben wir im Anschluss dann offen gesprochen. Fehler auszumerzen, dafür ist eine Übung schließlich auch gedacht", sagte Halmschlag. Alle Einsatzkräfte hätten bei diesem Szenario viel dazu gelernt und für Realeinsätze noch gezielter üben können.

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