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Gefährliche Erntezeit : Unfälle durch Bauernglätte

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zwei Mal kamen Autofahrer in Borsfleth auf schlammbedeckter Fahrbahn ins Rutschen.

Wohl dem, der sein Auto nach der sonntäglichen Spritztour nur waschen musste: Nach ersten Angaben der Polizei haben sich gestern am Altendeich und im Ortsteil Ivenfleth zwei Verkehrsunfälle ereignet. Grund: Die sogenannte Bauernglätte. Dort waren die Bundesstraße 431 beziehungsweise die Kreisstraße 8 zwischen Am Neuendeich sowie Büttel dermaßen schmierig und glatt, dass ein bereits sehr langsam fahrender Biker in Höhe des früheren Bundesstraßenverlaufes zur Fähre Wewelsfleth mit seinem Motorrad gegen eine Leitplanke rutschte und in Folge in einen drei Meter tiefen Entwässerungsgraben geschleudert wurde. Er erlitt Verletzungen und musste vom Rettungsdienst in Klinikum Itzehoe eingeliefert werden. Um sein erheblich beschädigtes Motorrad kümmerte sich der ADAC-Abschleppdienst aus Glückstadt.

Beim zweiten Verkehrsunfall soll es bei Sachschäden geblieben sein. Nähere Angaben zum Unfallgeschehen gab es gestern noch nicht.

Ausgelöst wurde die „Bauernglätte“ durch den augenblicklichen restlichen Mais-Ernteverkehr. Weil die Äcker matschig sind, bleibt zu viel Erde in den großen Zwillingsreifen kleben und fällt später auf die benutzten Straßen. Eine Situation, wogegen Landwirte machtlos sind. So wie auch Borsfleths Bürgermeister Peter Mohr. Dessen Fahrzeuge waren für einen Teil der Straßenverunreinigung verantwortlich. Der Landwirt hatte deshalb nach Ende der Erntearbeiten am Sonnabendabend Warnschilder wegen der Straßenglätte aufgestellt und die Fahrbahn grob gereinigt. Doch festgefahrene Erdklumpen entwickelten am frühen Sonntagmorgen bei einsetzenden Regen ihre Heimtücke.

Betroffene Landwirte reagierten sofort: Aus umfunktionierten Gülleanhängern spritzen sie Wasser auf die Straße und spülten diese Meter um Meter sauber. Am Ivenfleth fuhr Peter Mohr mit einem Radlader hinter seinem Treckergespann her und schob den Schlamm an den Fahrbahnrand. Im Bereich der Bundesstraße 431 sicherten Mitarbeiter der Straßenmeisterei mit zusätzlichen Warnschildern und Einsatzfahrzeugen die Gefahrenstelle. Als nächstes werden jetzt Regenwasserabläufe gereinigt, damit es beim nächsten Starkregen keine böse Überraschung gibt, weil Regenwasser nicht abläuft.

Auch wenn die Verkehrssicherheit ím Laufe des gestrigen Tages nahezu wieder hergestellt werden konnte, so sollten Verkehrsteilnehmer weiterhin umsichtig fahren und gerade bei Feuchtigkeit mit dem Schlimmsten rechnen. Laut Polizei sind viele Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im Glückstädter Umland aufgrund des Ernteverkehrs nicht gerade sauber und könnten sich beim nächsten Nieselregen wieder zu gefährlichen Rutschbahnen entwickeln.

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