Ausblick : Und die Stadt bewegt sich doch

Sichtbarer Fortschritt: Sehr lange hat es gedauert bis zum Bau – doch jetzt ist das Haus der Jugend bald fertig.
Sichtbarer Fortschritt: Sehr lange hat es gedauert bis zum Bau – doch jetzt ist das Haus der Jugend bald fertig.

Überall Stillstand? Bei manchen Themen geht es in Itzehoe tatsächlich nicht voran, bei anderen dagegen schon. Die Redaktion verschafft sich mit Bürgermeister Andreas Koeppen einen Überblick.

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29. Dezember 2017, 06:08 Uhr

Daumen runter. Das ist oft das Urteil, wenn Itzehoer über ihre Stadt reden oder schreiben. Tenor: Nichts bewegt sich, es geht nur bergab. Stimmt das? Eine Bestandsaufnahme ohne Anspruch auf Vollständigkeit zum Ende des Jahres 2017.

Innenstadt

Für die größten Pläne gibt es im späten Frühling einen Nackenschlag aus Kiel: Will die Stadt das Projekt Störschleife verwirklichen, muss sie ohne Mittel der Städtebauförderung auskommen. Das Ende des Vorhabens ist das nicht, die Stadt gibt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. „Ergebnisse gibt es im ersten Halbjahr 2018, hoffentlich nicht so spät“, sagt Bürgermeister Andreas Koeppen. Relativ furchtbar sieht es aus im Holstein-Center, erst recht seit dem Marktkauf-Auszug. Aber: Mit dem Berliner Unternehmer Tim Erhardt hat sich ein Käufer gefunden – das hätte vor einem Jahr niemand gedacht, meint Koeppen. An den Plänen für eine Revitalisierung wird weiter gearbeitet. Mit dem Neustart im alten Hertie-Haus hat Behrens & Haltermann die Breite Straße weiter aufgewertet, gegenüber errichtet die Volksbank Raiffeisenbank Itzehoe ein neues Büro- und Geschäftshaus. Einen ähnlichen Umfang hat das Projekt der Firma Schoof in der oberen Feldschmiede, Wohn- und Geschäftsflächen entstehen. Und die beiden Häuser der Firma Ting Projekte mit 36 zentrumsnahen Wohnungen in der Straße Sandkuhle wachsen rasant. Für das Kreishaus schließlich beginnen die konkreten Planungen, für die Polizei wird ein neuer Standort gesucht. „Das Land favorisiert sehr, in unmittelbarer Innenstadtnähe zu bleiben“, sagt Koeppen.
Fazit: Bewegung ja –
aber maßvoll.

Klinikum

Die neue Robert-Koch-Straße wird im April eingeweiht, durch ihre Verschwenkung in das frühere Hackstruck-Gelände entsteht viel Platz für das Klinikum Itzehoe. Und er wird genutzt: Erst beginnt der Bau des neuen Zentrums für Psychosoziale Medizin, dann der für das neue Bildungszentrum. Und die Gebäude schießen geradezu in die Höhe.
Fazit: Ein sehr langer Vorlauf, doch jetzt geht es zügig voran.


Wohnen

Die Stadt braucht Bauland. Doch das geplante neue Baugebiet an Stelle früherer Kleingärten im Bereich Eichtal/Kratt ist das ganze Jahr über ein Streitpunkt mit Naturschützern und der Eichtal-Initiative. Stand zum Jahresende: Die Stadt will es selbst oder über eine Entwicklungsgesellschaft vorantreiben, aber ein Bürgerbegehren wird vorbereitet.
Fazit: Viel Zoff,
wenig Bewegung.


Südspange

Die neue Umgehung für die Stadt ist fertig, aber nicht so ganz: Die Anbindung zur Lindenstraße wird vor der Winterpause nicht mehr geschafft. Einstweilen fließt der Verkehr provisorisch, früh im Jahr 2018 soll weitergebaut werden.
Fazit: Ein optimaler Verlauf sieht anders aus.

Schwimmzentrum

Die Pläne für die Umgestaltung gefallen nicht jedem, die Arbeiten im Schwimmbad auch nicht. Aber: Sie schreiten zügig voran.
Fazit: Abwarten,
dann urteilen.

Alsen

Die Auseinandersetzung der Stadt mit dem Verein Planet-Alsen um einen neuen Pachtvertrag geht vor Gericht, eine Räumungsklage läuft. Gleichzeitig findet sich keine Idee, was auf den städtischen fünf Hektar entstehen könnte – zumindest keine, die dem für die Vergabe von Fördermitteln zuständigen Innenministerium in Kiel gefällt.
Fazit: Viel Zoff,
keine Bewegung.

Haus der Jugend

Der Bau an der Adolf-Rohde-Straße wächst und gedeiht, „er sieht auch sehr schön aus“, findet der Bürgermeister. Allerdings: Die Einweihung ist erst für den März geplant.
Fazit: Auf die paar Monate kommt es jetzt auch nicht mehr an.

Gewerbeflächen

Benötigt werden sie dringend. Die Vorarbeiten laufen, so stellt die Stadt Millionenbeträge bereit, um Flächen im Innovationsraum in Edendorf zu entwickeln. „Damit lässt sich ordentlich etwas bewegen“, sagt der Verwaltungschef.
Fazit: Zukunftsorientiert.

Abschließendes Urteil des Bürgermeisters: „Die Dinge lassen sich bewegen.“ Aber es brauche immer wieder einen langen Vorlauf: „Man muss wirklich Geduld haben.“






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