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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 08:12 Uhr

Vandalismus : Unbekannte schießen Lampen ab

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Fünf Laternen sind zerstört worden. Auch Schmierereien an Buswartehäuschen

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2015 | 17:00 Uhr

In der Gemeinde Quarnstedt hat eine Form von Vandalismus um sich gegriffen, die die Einwohner ratlos macht. Die bisherige Bilanz: drei beschmierte Bushaltestellen und fünf zerschossene Straßenlaternen. Davon st eine sogar abgebrannt und hat einen Feuerwehreinsatz mit Besuch der Polizei nach sich gezogen.

„Bereits im Frühjahr wurden Sprühereien in allen drei Buswartehäuschen im Ort entdeckt“, schildert Bürgermeister Kurt Lindemann. Anscheinend hatten Fans einer Hip Hop-Formation ihrer Begeisterung mit blauer Sprühfarbe auf den Holzwänden Nachdruck verleihen wollen. Ermittlungen der Polizei wurden allerdings wieder eingestellt, weil der oder die Täter nicht ermittelt werden konnten. „Es herrschte dann eine Zeit lang Ruhe.“ Nun scheinen es Täter auf die Straßenlaternen abgesehen zu haben. An der Ecke Reutensweg/Hauptstraße brannte eine Straßenlaterne. Die Feuerwehr musste Löscheinsatz ausrücken. „Das hat es noch nie gegeben“, sagt Kurt Lindemann.

Zwei Tage später wurden zunächst weitere vier Laternen entdeckt, die nicht mehr funktionierten. Erst als der Bürgermeister eine Firma mit der Reparatur beauftragte, präsentierte die ihm das Corpus Delicti: Patronenhülsen. Gefunden wurden in den Lampenschüsseln zwei verschiedene Munitionsarten unterschiedlichen Kalibers. „Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass da zwei Täter am Werk waren, die gemeinschaftlich auf unsere Laternen schießen“, so Lindemann.

Die 3,50 Meter hohen Kuppellampen aus Kunststoff sind zu hoch, um sie von unten aus zu erreichen. Hinter den im wahrsten Sinne zerschossenen Lampen lässt sich eine Spur vom Gelände des Bürger- und Feuerwehrgerätehaus bis in die Schulstraße hinein erkennen. „Teilweise waren sie mehrfach durchschossen. Es wurde offensichtlich versucht, die Leuchtmittel zu treffen – und die Lampe auch wieder in Brand zu schießen“, empört sich der Bürgermeister. „Sonst ist das nicht zu erklären. Teilweise waren sechs Durchschüsse zu entdecken.“ Die Gemeinde hat Strafanzeige gestellt. Die Polizei war vor Ort und hat sich den Schaden angesehen, war auch beim Feuerwehreinsatz dabei und hat sich von den Durchschüssen überzeugt. „Hinter den Waffen muss große Kraft sitzen“, sagt der Bürgermeister, „wenn Leuchtmittel und Kuppel durchschossen werden. Denn sonst würden die Kugeln abprallen oder es gäbe Querschläger.“

Der Schaden beläuft sich auf insgesamt 1500 bis 2000 Euro. „Wir müssen nun die Lampenkuppeln ersetzen und neue Leuchtmittel einbauen.“ Der Lampenkopf der ausgebrannten Kuppel muss komplett erneuert werden. Innerhalb der kommenden zwei Wochen soll der Schaden ausgebessert sein.

Dafür muss die Gemeinde allerdings selber haften. „Leider“, bedauert der Bürgermeister, „sind Straßenlampen generell nicht versichert. Das ist nicht üblich und auch zu teuer.“ Einen solchen Fall habe es allerdings schon vor etlichen Jahren einmal gegeben, was allerdings zur Klärung auch nicht beitrage.

Informiert hat die Gemeinde nun die Mitbürger in ihrem Flugblatt „Quarnstedt Aktuell“, das sie als Handzettel an alle 178 Haushalte verteilte. Darin wurden die Einwohner aufgefordert, Ausschau zu halten und Auffälligkeiten der nächsten Polizeidienststelle zu melden.

Ob es einen Zusammenhang zu den beschmierten Buswartehäuschen gibt, kann nicht gesagt werden. Wenn der oder die Täter allerdings gefasst werden sollten – so viel ist für den Bürgermeister klar –, wird er dazu herangezogen, den Schaden zu begleichen. „Vandalismus und Sachbeschädigung an sich sind ja schon schlimm genug. Durch den Einsatz von Schusswaffen wird das auch noch gefährlich.“

 

 

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