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Norddeutsche Rundschau

25. November 2017 | 07:02 Uhr

Modetipps : Umstyling im Test

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Volontärin Lisa Strobel hat sich im Itzehoer Modehaus Behrens & Haltermann modische Tipps geholt. Ein Erfahrungsbericht über erstaunliche Erkenntnisse und kleine Tricks, die manchmal Mut erfordern.

von
erstellt am 22.Okt.2017 | 11:00 Uhr

Wer krank aussieht, sollte den Pullover wechseln. Das kann helfen – vorausgesetzt, man wählt die richtige Farbe. Petra Reise hat einen scharfen Blick dafür, ob man den Pullover besser aussortieren oder öfter anziehen sollte. Sie ist Teamleiterin beim Itzehoer Modehaus Behrens & Haltermann (B  &  H) und hat sich Rundschau-Volontärin Lisa Strobel (24) einmal genauer angesehen. Die liebt grau, schwarz und blau. Um herauszufinden, ob sie damit richtig liegt, hat sie sich in die Hände der Expertin begeben und die Styling-Beratung des Modehauses getestet. Fünf Mitarbeiter – vier Frauen und ein Mann – wurden dafür über Monate speziell geschult. Zweieinhalb Stunden dauert der Service mit Farbanalyse, Anprobe verschiedener Outfits (Foto oben) und einfachen Tipps – mit erstaunlichen Erkenntnissen, die teilweise Mut erfordern. Zum Beispiel, dass die 1,63 Meter große Strobel ihre Körpermitte nicht verstecken, sondern betonen sollte.

Ein Erfahrungsbericht:

Für das Stylingexperiment muss ich erst einmal umdenken. Steuert eine Verkäuferin auf mich zu, verstecke ich mich normalerweise hinter der nächsten Kleiderstange oder stürze mich in eine Kabine. Bloß mit keinem Reden, Ratschläge will ich schon gar nicht, denn dann könnte ja auffallen, dass ich modisch einiges falsch mache. Aber mit diesem Fluchtverhalten ist jetzt Schluss, denn besser macht es die Unzufriedenheit mit dem Inhalt im Kleiderschrank auch nicht. Ich will neue Impulse!

Ein Mal tief einatmen und rein in die große Umkleidekabine, die Petra Reise extra für die Styleberatung vorbereitet hat. Dort herrscht eine entspannte Atmosphäre – von Fluchtgedanken keine Spur, sondern Begeisterung als mein Blick auf eine Kleiderstange mit Schätzen aus der Modewelt fällt, alles nur für mich.

Petra Reise lächelt, sie hat mit ihrer Auswahl ins Schwarze getroffen. Ein, zwei Sachen auf der Stange ähneln der Kleidung, die ich gerade trage. Man könnte meinen, Petra Reise hätte telepatische Fähigkeiten, aber nein – sie hat vorher schon einige Eckdaten, wie Schuhgröße, bevorzugte Marken und Kleidergrößen bei einem Telefonat aufgenommen. „Größe 42 bei Mango ist woanders vielleicht eine 38 oder 40“, erklärt die Modeberaterin und damit ihren Erfolg bei der Kleiderauswahl. Um die richtige Passform zu finden, sollte – muss man aber nicht – sich an Modemarken seines Alters orientieren. „Junge Mode ist beispielsweise tailliert, die Mode für Ältere dagegen überall auf eine Größe 44 ausgerichtet“, nennt die Modeexpertin ein Beispiel.

Doch bevor die Kleiderstange geplündert werden darf, hängt mir die Beraterin eine eher unstylische Farbpalette um den Hals, denn sie möchte herausfinden, welche Farben am besten zu mir passen. Ich nehme vor dem Spiegel Platz und Petra Reise hält eine Palette mit kalten (blaustichig), eine mit warmen Tönen (gelbstichig) vor. Ergebnis: Warme Töne lassen mich alt und krank aussehen, die andere Palette dagegen betont meine Schokoladenseite, ich wirke frischer, jünger. Das heißt aber nicht, dass bestimmte Farben ab jetzt tabu sind. „Jeder kann rot tragen“, erklärt Reise, „aber es kommt auf den Ton an. Rot ist nicht gleich Rot.“

Den gesamten Inhalt seines Kleiderschrankes müsse man aber nicht wegwerfen, nur weil er nicht der Farbanalyse entspreche: „Falsch ist in der Mode nichts, man muss nur ein paar Kleinigkeiten beachten.“ In meinem Fall kann ich also durchaus einen schokobraunen Pullover tragen, „entscheidend ist aber, zwischen Kopf und der Farbe, die nicht zum Typ passt, einen Akzent zu setzen, mit einem Schal oder einer Kette beispielsweise“.

Gesagt, getan, schlüpfe ich in ein erstes Outfit: eine schwarze lässige Hose und einen grauen Pullover. „Sieht nicht schlecht aus“, denke ich, aber es geht noch besser – mit nur ein paar kleinen Handgriffen. „Das Oberteil locker in die Hose zu stecken, streckt optisch“, erklärt Reise. Wer nicht groß gewachsen sei, sollte außerdem darauf achten, dass die Schuhe farblich zur Hose passen, „das verlängert das Bein optisch“.

Davon, Blusen oder Oberteile in die Hose zu stecken, war ich bisher nicht begeistert. Meine Körpermitte habe ich gerne versteckt. „Aber genau das Gegenteil ist sinnvoll“, rät Petra Reise und steckt mich in ein tailliertes Kleid. Und es sieht tatsächlich gut aus. Und dann sehe ich mein Objekt der Begierde: ein schwarzer, cooler Lederrucksack und eine graue Mütze. Die Accessoires peppen mein Outfit richtig auf. So würde ich direkt in die Redaktion zurück gehen. Meine alte Jeans und die Strickjacke können dann, wenn es nach mir geht, im Kleiderparadies bei B  &  H bleiben. Aber der Sinn der Stylingberatung war nicht, alles zu erneuern, sondern die richtigen Akzente für sich zu finden und Outfits aufzupeppen. Und genau das funktioniert mit wenigen Handgriffen – vom normalen Jeanslook zum lässigen Businesslook. Nach der Beratung fühlt sich sogar die alte Bluse irgendwie wieder neu an und es hat Spaß gemacht mal etwas anderes auszuprobieren. Auch der Fluchtmechanismus ist weg. Beim nächsten Mal will ich direkt zu einer Beraterin gehen.

Info: Anmelden kann man sich unter 04821/67890. Bei der Anmeldung werden Infos zum Stil, Größen und Erreichbarkeit aufgenommen. Danach setzt sich die Stylingberaterin mit dem Kunden in Verbindung, um Details zum Stylingwunsch zu erfragen. Die Beratung kostet 50 Euro, die später mit einem Einkauf verrechnet werden können.

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