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Bürgermeisterbilder : Umstrittene Galerie wird neu konzipiert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ausschuss fasst einstimmigen Beschluss zur Neukonzeption. 1500 Euro stehen im Haushalt bereit.

Die umstrittene Bürgermeister-Galerie im Kellinghusener Rathaus wird überarbeitet. Das hat der Personal- und Finanzausschuss während seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Die Kritik entzündete sich vor allem an der Darstellung der nationalsozialistischen Zeit von 1933 bis 1945. Horst Nitz (Kriminalpräventiver Rat) und Heinz-Jürgen Heidemann (Initiative „Friedensstele und Stolpersteine“) weisen schon seit vielen Monaten auf den ihrer Meinung nach unerträglichen Umgang mit den Bürgermeisterbildern, die im ersten Stock des Rathauses hängen, hin. „Ich habe die Galerie von Anfang an als Unsinn angesehen“, sagte Heidemann im Ausschuss.

Angelegt wurde die Bildersammlung der Bürgermeister samt kurzer Erläuterung 2007 von der damaligen Bürgermeisterin Helga Nießen. Allerdings täuscht sie, so Heidemann, eine politische Kontinuität vor, die so nicht vorhanden ist. Damit würden die historischen und politischen Wahrheiten verfälscht. Dies gelte vor allem für die Dokumentation der Jahre 1933 bis 1945, „die schlicht und einfach als Skandal zu beschreiben ist“. Schlicht eine Unwahrheit sei die Aussage, dass keine Fotos der Bürgermeister aus dieser Zeit verfügbar gemacht werden könnten. „Es ist eine Verhöhnung der Bürger der Stadt, denen durch die Diktatur Leid zugefügt wurde. Es ist ein weiterer Versuch, dass die Nazizeit in Kellinghusen nicht betrachtet beziehungsweise kritisch reflektiert werden soll. “ Deshalb soll künftig auch ersichtlich sein, dass die Bürgermeister der Nazizeit nicht demokratisch gewählt, sondern von den Machthabern eingesetzt worden waren.

„Gerade in einer Zeit, wo die letzten Zeitzeugen der damaligen Zeit bald nicht mehr unter uns weilten, ist es wichtig jetzt zu handeln. Durch Wegsehen und Verschweigen kann die Verantwortung nicht dargestellt werden. Insbesondere gegenüber der nachwachsenden Generation ist dieses Verhalten fatal.“

Deshalb schlugen Heidemann und Nitz eine umfassende Überarbeitung der ausgehängten Galerie vor, die nicht nur eine wahrheitsgemäße Darstellung der Jahre 1933 bis 1945 umfasst, sondern auch eine ausführliche historische Darstellung der Amtseinführung und Wahl aller amtierenden Bürgermeister.

Der Ausschuss beschloss, dass die fehlenden Bilder der Nazi-Bürgermeister beschafft werden. Außerdem soll die Fotoreihe durch eine Dokumentation ergänzt werden. 1500 Euro sollen dafür im Haushalt bereitgestellt werden.

Für die Ausarbeitung hat Heidemann bereits mit Kay Dohnke vom Arbeitskreis zur Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig- Holstein Kontakt aufgenommen. Der Arbeitskreis will das Thema in seinem nächsten Rundbrief aufnehmen und versprach auch Hilfe bei der Umsetzung der Dokumentation, so Heidemann.


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erstellt am 13.Feb.2014 | 17:12 Uhr

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