Umgang mit interessanten Menschen

Diakon Leon Meier (re. ) und seine begeisterten FSJler Lydia Schmidt und Marian Scheer.  Foto: kolz
Diakon Leon Meier (re. ) und seine begeisterten FSJler Lydia Schmidt und Marian Scheer. Foto: kolz

Freiwilliges Soziales Jahr: Lydia Schmidt und Marian Scheer haben bei der Seemannsmission angeheuert

Avatar_shz von
10. August 2012, 08:14 Uhr

Brunsbüttel | Jedes Jahr ist der 1. August für viele junge Menschen mit Beginn der Ausbildung der Start in einen neuen Lebensabschnitt. Meistens fällt die Entscheidung für einen Beruf oder schulische Fortbildung schon früh, manchmal auch rein zufällig. Lydia Schmidt aus Itzehoe überlegte eine Ausbildung zur Kapitänin oder Lotsin, als sie bei der Recherche im Internet auf die Seiten der Deutschen Seemannsmission aufmerksam wurde. Dort wurde für Brunsbüttel ein Platz für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) angeboten und sie griff zu. Marian Scheer aus Brunsbüttel kannte die Arbeit in der Seemannsmission bereits von seinem älteren Bruder. Er selber absolvierte bei der Marine seinen Wehrdienst und erhielt dabei Einblicke in das Seemannsleben. "Da ist man froh, dass es die Seemannsmissionen gibt." Vor gut einer Woche haben beide ihren Dienst in der Kanalstraße angetreten und fühlen sich dort sehr wohl.

Auch wenn die Schiffe der Marine mit den Missionen kaum in Berührung kommen, konnte der 20-Jährige Marian Scheer sich gut vorstellen, wie wichtig nach langer Zeit auf See eine Anlaufstelle für Gespräche, Austausch und Geselligkeit ist. In Brunsbüttel war ein Platz frei geworden, so dass er seine Bewerbung per Fahrrad zu Stationsleiter Leon Meier brachte. "Das ist hier doch lockerer als bei der Marine."

Er ist gleich mit einem chinesischen Schiff angefangen, auf dem kaum Englisch gesprochen wurde. "Trotzdem konnten wir uns verständigen und alle waren sehr freundlich", erzählt der FSJler, der gegen die Chinesen einige Runden Billard im Casino der Mission verlor. Lydia Schmidt machte ihre ersten Erfahrungen auf einem indischen Schiff. "Da holte gleich einer seine Gitarre und wir haben zusammen gesungen", berichtet sie.

Von den Schiffsagenturen erhält die Seemannsmission Crew-Listen. Wenn jemand an Bord am Hafentag in Brunsbüttel Geburtstag hat, erhält er von der Station ein Geschenk. Ein Filipino hatte jetzt das Glück, von Lydia und Marian ein Geschenk zu erhalten. "Die sind so froh, wenn jemand an Bord kommt und sie mal jemand anderes sehen und sprechen", haben die beiden jungen Leute schnell gemerkt. Und die blonde Lydia mit ihren blauen Augen ist bei den Seemännern ein gern gesehener Gast. "Wir Männer hier in der Seemannsmission stehen immer in der zweiten Reihe", hat auch Leon Meier erkannt. "Die Seeleute sind einfach froh, mal mit einer Frau zu reden und nicht immer nur mit männlichen Kollegen."

In Brunsbüttel haben die FSJler die Möglichkeit, bei der Station zu wohnen. Das bedeutet durch die ständige Erreichbarkeit zwar eine gewisse Mehrarbeit, man erhält aber auch einen intensiveren Einblick, eine andere Sichtweise auf die Arbeit. Für Lydia Schmidt wie auch für Marian Scheer soll dieses Jahr zur Orientierung dienen. Beide werden von ihren Familien unterstützt und sehen die Vorteile in der selbstständigen und flexiblen Arbeit. "Interessante Menschen treffen und Gespräche führen, immer andere Schiffe kennenlernen", ein spannendes Jahr liegt vor den beiden. "Viele Seminare und lernen, die Dinge zu erkennen und zu bearbeiten", weist Leon Meier auf einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit hin. Und dann sind da noch die Dinge, die die Station betreffen, wie das anstehende Sommerfest am 24. August, das es jetzt vorzubereiten gilt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen