Stadtentwicklung : Umfrage: Große Mehrheit für Störauf

Wohnen und Wasserfreizeit: So könnte Itzehoe nach Plänen von Störauf aussehen.
1 von 2
Wohnen und Wasserfreizeit: So könnte Itzehoe nach Plänen von Störauf aussehen.

Drei Viertel der befragten Itzehoer befürworten Pläne

Kay Müller von
08. Juli 2015, 05:02 Uhr

Damit hat er nicht gerechnet. Wer in diesen Tagen mit Michael Ruff spricht, weiß wie ein entspannter Vorsitzender des Vereins Störauf aussieht. Denn Ruff spürt Rückenwind für seine Pläne, die alte Störschleife wieder zu öffnen und das Wasser in die Stadt zu bringen. 328 persönliche Interviews hat ein von Störauf beauftragtes Hamburger Marktforschungsinstitut geführt. Das Ergebnis: Mehr als 75 Prozent der befragten Itzehoer sind für die Pläne des Vereins. Die Umfrage setzt den Schlusspunkt hinter eine mehr als achtwöchige Kampagne, im Laufe derer sich viele prominente Itzehoer hinter den Verein und sein Projekt gestellt hatten – darunter Bürgermeister Andreas Koeppen, alle Serviceclubs sowie diverse Unternehmer und Politiker aus der Region. „Wir haben über 1000 Unterschriften gesammelt und mittlerweile über 200 Vereinsmitglieder gewonnen“, sagt Ruff. 81,7 Prozent der Befragten gaben an, das Vorhaben Störöffnung zu kennen, so der Vorsitzende des Vereins, der die Ergebnisse der Umfrage jetzt der Ratsversammlung vorgestellt hat. „Das hört sich alles ganz gut an“, sagt Bürgermeister Andreas Koeppen.

„Die Resonanz darauf war weitgehend positiv“, meint auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Ralph Busch, der selbst zu den Befragten gehörte. „Ich fand allerdings, dass manche Fragen etwas unglücklich gestellt waren.“ Denn die Kosten hätten „keine Rolle gespielt“.

Die Meinung der Itzehoer zu möglichen Baukosten, die laut Verein für den ersten Bauabschnitt zwischen Theater und Langer Brücke rund fünf Millionen Euro betragen könnten, ist gespalten (siehe Kasten). Und auch die Politiker agieren vorsichtig. „Das Projekt Störauf ist eine große Chance, für die Belebung der Innenstadt“, sagt Busch. Die Politik könne aber Störauf keinen Freibrief geben, das „wäre unfair anderen Projekten in der Stadt gegenüber“. In der nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses werde seine Fraktion einen Antrag der Verwaltung stützen, wonach die Planer das Projekt Störauf in das Förderprogramm Aktive Stadt und Ortsteilzentren einbeziehen sollen. „Und im Herbst bei den Haushaltsberatungen müssen wir sehen, dass wir belastbare Zahlen haben, was es an Förderung gibt und was das die Stadt kosten würde.“

Die Große Koalition scheint weitgehend einig, denn so sieht das auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Sönke Doll, der selbst Mitglied bei Störauf ist. Die Umfrage habe ein „schönes Ergebnis“ zu Tage gefördert. Aber noch seien Kosten und Zeitraum des Projektes „völlig unklar“. Es komme vor allem darauf an, was aus Mitteln der EU und des Landes gefördert werden könnte. Noch will Doll nicht über konkrete Summen reden. Nur so viel: „Wenn am Ende ein städtischer Eigenanteil von zwei Millionen Euro bleibt, der auch noch über mehrere Jahre gestreckt werden kann, dann halte ich das durchaus für darstellbar.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen