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Sozialkaufhaus : Umbau für den Flüchtlings-Ansturm

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Awo-Sozialkaufhaus in der Stiftstraße wurde umfangreich erweitert. Beim Tag der offenen Tür wird gefeiert – die Einnahmen kommen Flüchtlingen zugute.

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erstellt am 07.Okt.2014 | 05:00 Uhr

Es riecht nach frischer Farbe, die Mitarbeiter schieben Sonderschichten und wuseln fleißig zwischen Regalen, Möbellager und Werkstätten umher – denn morgen muss alles fertig sein: Mit einem Tag der offenen Tür wird im Awo-Sozialkaufhaus die Neueröffnung nach dem Umbau gefeiert.

Es ist ein kompletter Flügel dazu gekommen, es gibt jetzt eigene Abteilungen für Herrenmode sowie für Elektro-Kleingeräte, der Haushaltswaren-Bereich wurde erweitert. Auch die Möbel können nun besser präsentiert werden. Und mit Thomas Peldszus wurde eigens ein neuer Betriebsleiter ins Boot geholt, der die Erweiterung begleitet und das neue Kaufhaus leiten wird.Der 51-Jährige hat zuvor die Einrichtung in Pinneberg geleitet und nimmt die Herausforderung der „vielen kleinen Flächen“ im Itzehoer Haus gerne an.

Mit all dem versuchen die Verantwortlichen, dem wachsenden Zulauf Rechnung zu tragen. „Wir mussten uns mit dem Thema ‚Ausstattung von Flüchtlingen‘ auseinander setzen, denn wir sind erste Anlaufstelle für Menschen in Not“, erklärt Martin Meers, Geschäftsführer der Awo Bildung und Arbeit Gemeinnützige GmbH. Vor einigen Monaten wurde bereits eine Willkommens-Broschüre in sieben Sprachen für Flüchtlinge und Asylbewerber erstellt, die ihnen helfen soll, sich auf den ersten Wegen im Kreis besser zurecht zu finden. „Wir wollen die Menschen empathisch in ihrer Sprache begrüßen und ihnen sagen: Wenn es um den materiellen Teil geht, könnt Ihr zur Awo gehen“, erklärt Meers. „Die Resonanz ist riesengroß.“

Das alte Sozialkaufhaus war diesem Ansturm nicht mehr gewachsen. Doch auch nach dem Umbau kann den Menschen in Not nur geholfen werden, wenn auch genügend Spenden eingehen. Alles werde gebraucht, betont Martin Meers. „Eine syrische Familie, die hier ankommt, hat vielleicht einen Koffer dabei – aber nichts, um die Kinder über den Winter zu bringen, geschweige denn eine Wohnung einzurichten.“ Die Menschen seien traumatisiert und „nur froh, ihre Haut gerettet zu haben“.

Besonders dringend benötigt werden Kopfkissen und Bettdecken, Bettwäsche und Handtücher, Kochtöpfe, Besteck, Kühlschränke, E-Herde, kleine Kleiderschränke und Einzelbetten. Kinderbedarf und Spielsachen sind ebenfalls rar. „Puzzle oder Lego kann von allen Kindern gespielt werden – egal, welche Sprache sie sprechen“, meint Meers. Auch Fahrräder werden dringend benötigt. „Die Flüchtlinge werden oft auf dem Land untergebracht und brauchen ein Fortbewegungsmittel“, erklärt der Geschäftsführer. Dabei können die Drahtesel ruhig auch ihre beste Zeit schon hinter sich haben. Denn 50 Mitarbeiter, die über das Jobcenter an das Sozialkaufhaus vermittelt werden, sorgen dafür, dass alles für die Abgabe aufbereitet wird. Sie waschen und bügeln Kleidung, arbeiten Möbel auf oder machen Fahrräder wieder flott und versuchen auf diese Weise, selbst wieder einen Weg ins Berufsleben zu finden. „Alle sind motiviert – ohne sie würde gar nichts gehen“, betont Meers.

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