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Norddeutsche Rundschau

20. August 2017 | 21:25 Uhr

Erweiterung : Umbau beim Pumpenbauer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Flowserve Sterling Sihi investiert und verlagert 40 Arbeitsplätze aus Hamburg nach Itzehoe. 30 Stellen fallen weg, Betriebsrat übt Kritik.

Neun Millionen Euro will der Pumpenbauer Flowserve Sterling Sihi am Standort Itzehoe investieren. Die Firmengebäude sollen erweitert werden und 40 neue Arbeitsplätze entstehen. Weil aber gleichzeitig 30 Stellen wegfallen sollen, stoßen die Planungen beim Betriebsrat auf Kritik.

Die 40 Arbeitsplätze werden nach Angaben von Geschäftsführer Frank Szittke von Hamburg nach Itzehoe verlagert. Der Hamburger Standort solle im Zuge einer größeren Umstrukturierung deutlich verkleinert werden. „Unsere dortige Produktion fertigt hauptsächlich für die Öl- und Gas verarbeitende Industrie und leidet sehr stark unter dem Verfall des Rohölpreises“, so Szittke. Die Konsequenz: Ein Teil der Produktion soll nach Itzehoe verlegt werden. Mit den Arbeitsplätzen kämen zum Teil auch die bisherigen Stelleninhaber aus der Hansestadt. „Die haben ja schließlich das Know-how.“ Zum Teil würden die Stellen aber auch mit Itzehoer Arbeitnehmern besetzt.

Die Verlagerung ziehe weitere Umstrukturierungen am Standort Itzehoe nach sich. „Weil wir Platz für die neue Produktion brauchen, wollen wir zum einen unser Gebäude erweitern, zum anderen aber auch den Bereich Logistik an einen Dienstleister auslagern“, so Szittke. Auch Teile der Fertigung, die bisher in Itzehoe stattgefunden habe, sollten ausgelagert werden. Auf diese Weise fielen 30 Arbeitsplätze weg, „allerdings möchten wir keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen“. Ein Teil der Arbeitnehmer könne mit einfachen Qualifizierungsprogrammen in neue Bereiche wechseln, andere könnten eine Altersteilzeit-Regelung in Anspruch nehmen. Weiter wolle man bei der Auswahl der Logistik-Dienstleister darauf achten, dass Sihi-Arbeitskräfte übernommen würden.

„40 neue Arbeitsplätze am Standort begrüßen wir natürlich prinzipiell“, kommentiert Betriebsrats-Vorsitzender Willi Steinke. „Aber wir kritisieren aufs Schärfste, dass eine Investition mit einem Stellenabbau verknüpft wird“, so Steinke, „und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Tinte unter unserem Sozialtarifvertrag vom letzten Jahr noch nicht ganz trocken ist.“

Das Unternehmen, das in Itzehoe knapp 400 Mitarbeiter beschäftigt, hatte bereits im Frühjahr vergangenen Jahres den Abbau von 60 Stellen angekündigt. Nach Verhandlungen mit Betriebsrat und der Gewerkschaft IG Metall einigte man sich im Herbst auf den Abbau von nur 24 Stellen und schloss einen Sozialtarifvertrag, der noch bis 2018 gültig ist. Davon würden also auch weitere Arbeitnehmer profitieren, die Einschränkungen hinnehmen müssen.

Dennoch werde der Betriebsrat auch in der aktuellen Situation mit der Geschäftsführung verhandeln, so der Vorsitzende. „Wir werden um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen.“ Die Gespräche sollten im März beginnen.

Der Geschäftsführer, der die Pläne bei einer Betriebsversammlung bereits der Belegschaft vorgestellt hat, kann die Kritik des Betriebsrats nachvollziehen: „Ich habe Verständnis, aber ich sehe die Auswirkungen auf unsere Belegschaft etwas gelassener“, so Frank Szittke. Die aktuellen Pläne seien letztlich das Ergebnis von Verhandlungen, die Produktion nicht komplett ins Ausland zu verlagern. „Ich sehe darin eine Chance für den Standort Itzehoe. Kein Unternehmen würde in dieser Größenordnung investieren, um den Standort dann nach kurzer Zeit zu schließen.“ Bei einer schnellen Einigung wolle man schon im zweiten Quartal mit der Erweiterung beginnen. Bis Ende 2018 solle sie abgeschlossen sein.


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erstellt am 10.Feb.2017 | 05:00 Uhr

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