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Bad Oldesloe : Überfahrener Dachs sorgt für Aufregung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Autofahrer meldeten bei der Polizei einen überfahrenen Wolf. Das tote Tier auf der Bundesstraße entpuppte sich jedoch als Dachsweibchen. Die Jäger sagen: Es gibt zu wenig Schilder, die vor Wildwechsel warnen.

Bad Oldesloe | Ein totgefahrener Dachs hat am frühen Mittwochmorgen für Aufregung in Stormarn gesorgt. Autofahrer hielten das Tier für einen Wolf und riefen die Polizei. Zunächst hatte ein Autofahrer an der Auffahrt von der B75 zur A21 in Bad Oldesloe ein totes Tier auf der Fahrbahn entdeckt und hielt es für einen Wolf. Die alarmierte Polizei rückte aus, im Radio wurde vor der Gefahr gewarnt.

Der Wolf entpuppte sich als zirka acht Kilo schweres Dachsweibchen und wurde von Polizisten am Waldrand abgelegt. Der zuständige Jagdaufseher Helge Brauer vom Schloss Blumendorf wurde informiert. Im Rahmen des landesweiten „Monitorings“ katalogisierte der Jäger den Fundort und fotografierte das Tier. So will sich die Landesjägerschaft einen Überblick über Wildschäden und Unfälle in ganz Schleswig-Holstein verschaffen.

Gleichzeitig haben die Jäger in Stormarn in einer Eigeninitiative insgesamt 1200 blaue Reflektoren am Straßenrand angebracht. Blau ist die natürliche Warnfarbe des Wildes. Vom Reflektor wird das Licht längs des Straßenrandes in einem 90-Grad-Winkel zurückgeworfen, wodurch ein „Lichtzaun“ entsteht, das Wild stehen bleibt und nicht die Straße überquert: „Wildtiere kennen keine Verkehrsregeln“, erklärt Helge Brauer. Daher sei es wichtig, dass die Autofahrer besonders auf die zusätzlichen Zeichen an den Straßen und Wegen achten.

Mit Verwunderung habe man seitens der Jägerschaft nun erfahren, dass die Straßenbauämter im Zuge einer „Entforstung des Schilderwaldes“ viele Schilder die vor vermehrtem Wildwechsel warnen, wieder abbauen will, oder bereits abgebaut hat. Begründung: Niemand habe geprüft wie sich die Zahl der Unfälle entwickelt hat. Gegen einen pauschalen Abbau habe die Jägerschaft protestiert und eine Anfrage bei den zuständigen Behörden in Kiel auf den Weg gebracht. Ziel der Anfrage sei es, herauszufinden wo es noch konkreten Bedarf für die Wildwechsel-Schilder gibt. Eine Antwort steht bisher noch aus.

Häufig werden Wildunfälle im Ausmaß unterschätzt. Ein 20 Kilogramm schweres Reh besitzt bei einer Kollision mit Tempo 100 ein Aufschlaggewicht von fast einer halben Tonne.

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erstellt am 28.Mai.2014 | 12:19 Uhr

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