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Norddeutsche Rundschau

18. Dezember 2017 | 06:27 Uhr

Über 1000 Kindern das Schwimmen beigebracht

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shz.de von
erstellt am 16.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Glückstadt | In drei Wochen wird Alfred Willms 65 Jahre alt und dann heißt es Abschied nehmen von vielen bekannten Gesichtern, die der Schwimmmeister des Glückstädter Fortuna-Bades in den 33 Jahren seines Wirkens kennen und schätzen gelernt hat. Da er noch "Resturlaub" hat, wurde er jetzt von Freunden, Weggefährten, Schwimmbadbesuchern und der Familie im Rahmen einer Abschiedsparty im Schwimmbad verabschiedet.

Als Berufssoldat hatte es den Bootsmann Ende der 70er Jahre von Plön in die Elbestadt verschlagen. Er gründete eine Familie und suchte nach zwölf Jahren Soldatenleben eine neue berufliche Herausforderung. Diese entdeckte er im Fortuna-Bad, ließ sich vom damaligen DLRG-Bezirksleiter Gerhard Heinrich zum Schwimmmeister ausbilden und übernahm kurz darauf den Posten von Rainer Timpe.

Zunächst noch bei der Stadt Glückstadt angestellt, wechselte Alfred Willms mit Übernahme des Schwimmbades einige Jahre später zu den Stadtwerken. "Es war eine schöne Zeit ohne einen einzigen ernsthaften Badeunfall und ich habe über 1000 Kindern das Schwimmen beigebracht", erinnerte sich Willms. Auch habe er viele Leute kennengelernt und Freunde gefunden. Nun müsse er leider "seinen Hut an den Nagel hängen", sagte der scheidende Schwimmmeister vor zahlreichen Gästen. Hierzu zählten unter anderem Bürgervorsteher Ulf Ostermann, Bürgermeister Gerhard Blasberg sowie Abordnungen des Fortuna-Bad-Fördervereins, der DLRG, der Reservisten-Kameradschaft, der Jagdgemeinschaft und viele - auch ehemalige Kolleginnen sowie Kollegen von den Stadtwerken.

Organisiert wurde die Abschiedsparty von Willms Nachfolger Rüdiger Kallis - seinem "siebtbesten Mitarbeiter", wie Alfred Willms in seiner Ansprache scherzhaft feststellte. Dabei war es Kallis gelungen, mit Franzl Hermann einen ganz besonderen Überraschungsgast aufzubieten. Der Österreicher war vor 25 Jahren maßgeblich am technischen Umbau des Fortuna-Bades beteiligt und hatte sich mit Alfred Willms angefreundet. "Wir haben uns dann aus den Augen verloren. Als Franzl jetzt gestern vor mir stand, habe ich gegrübelt. Heute kommt es mir vor, er sei nie weggewesen", freute sich Willms.

Bürgermeister Gerhard Blasberg lobte in seiner Laudatio das Engagement beider Schwimmmeister. Für die Menschen sei ein Freibad in der Stadt das Allerwichtigste. "Zwei Leute haben über zwei Jahrzehnte eine hervorragende Arbeit gemacht und somit dank positivem Blickpunkt sowie vieler Badegäste zum Erhalt unseres Fortuna-Bades beigetragen." Deshalb seien die Leute auch zum Feiern gekommen und nicht um zu sehen, ob Willms auch wirklich gehe. Er erinnerte daran, dass Alfred Willms in den 33 Jahren seines Wirkens - mit Ausnahme einer "Arschbombe" im Schwimmbecken ohne Wasser - gesundheitlich nie außer Gefecht gesetzt worden sei. Er bescheinigte dem scheidenden Schwimmmeister außerdem im Hinblick auf seinen neuen Minijob, dass Willms noch einige Jahre fit genug für den Hausmeisterposten im Fortuna-Bad sei.

Weitere lobende Worte - verbunden mit einem großem Präsentkorb - kamen unter anderem vom DLRG-Ehrenvorsitzenden Willi Hoppe. Der Kreisvorsitzende der Reservisten-Kameradschaft überreichte dem Bootsmann d.R. als Dank für dessen Wirken die silberne Ehrennadel des Bundesverbandes. "In Zeiten, wo Kasernen geschlossen wurden, weitere noch folgen werden und wo es keine Wehrpflicht mehr gibt, müssen wir das, was wir haben, aufrecht erhalten", sagte Volker Susemihl.

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