Turbulenzen nach dem Kükenmord

Szenenfoto (v. l.):  Achim Kußmann, Heidrun Matthießen und  Bernd Kunert.
Szenenfoto (v. l.): Achim Kußmann, Heidrun Matthießen und Bernd Kunert.

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19. November 2013, 00:36 Uhr

Ein echter Klassiker erwartet die Freunde niederdeutschen Theaterspiels Ende des Monats. Bei der Itzehoer Speeldeel hat Freitag, 29. November, im theater itzehoe das Stück „För de Katt!“ von August Hinrichs Premiere. Damit ist erstmals seit längerer Zeit eine Komödie wieder zu sehen, die, 1938 uraufgeführt, mit der „Swienskomödi“ (1930) und „Wenn de Hahn kreiht“ (1933) zu den bekanntesten, später auch verfilmten Stücken des Oldenburger Autors und Theaterpioniers zählt.

Es ist mehr als 50 Jahre her, dass die Speeldeel im alten Stadttheater „För de Katt!“ im Programm hatte. Zwei aber erinnern sich sehr gut daran. Sie haben seinerzeit schon mitgewirkt und sind auch diesmal wieder dabei: Uwe Wiederkrantz, damals 27 Jahre jung, und Bernd Kunert, der jetzt sogar die gleiche Rolle spielt, in der er als 21-Jähriger auf der Bühne gestanden hat. Und noch eine Besonderheit: Beide führen gemeinsam Regie.

Nach mehr als 30 Proben „steht“ die Aufführung. „Sehr intensive Kleinarbeit“, lobt Bühnenleiterin Regina Mehlmann Ensemble und Regisseure. Verändert wurde der zeitliche Hintergrund. Jetzt spielt der Dreiakter mehr in der Gegenwart, „so zwischen 1970 und 1980“, erläutert Spielleiter Bernd Kunert. Angepasst ist auch das Textbuch: Die Sprache ein wenig geglättet und die Szenen etwas gestrafft. Aber es bleibt original Hinrichs, mit dem ländlichen Milieu als Hintergrund. Von Heiko Buschow und Thomas Horstmann stammt das dazu passende Bühnenbild.

Ein nur kurzes Dasein hat der Titel gebende „Hauptdarsteller“: Bauer Tabken hat Witwe Geerkens geliebten Kater erschossen – kaltblütig, wegen „Kükenmordes“. Die resolute Besitzerin des renommierten „Mühlenhofs“ und der Nachbar sind sich nun spinnefeind. Das hat Folgen für die zarten Bande zwischen Tochter und Sohn. Doch damit nicht genug. Das „Verbrechen“ muss vor Gericht. Auktionator Mählmann, in juristischen Dingen bewandert, aber auch dem Alkohol nicht abgeneigt, soll die Klage aufsetzen. Katrin Geerkens Wut lodert in hellen Flammen und verschont niemanden. Auch Steuerberater Kruse bekommt Probleme... Nach allen Turbulenzen war am Ende doch alles „för de Katt“.

Gespielt wird am 29. und 30. November um 19.30 Uhr, am 1. Dezember um 18 Uhr sowie am 30. November auch um 15.30 Uhr.

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