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Speeldeel-Premiere : Turbulentes Landleben sorgt für Lacher

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach gut einem halben Jahrhundert bringt die Itzehoer Speeldeel erneut das turbulente Stück „För de Katt!“ auf die Bühne – teilweise mit den Spielern von damals.

shz.de von
erstellt am 02.Dez.2013 | 17:00 Uhr

Nostalgie pur: Vor gut einem halben Jahrhundert inszenierte die Itzehoer Speeldeel „För de Katt!“ von August Hinrichs; unter den Spielern zwei junge Talente: Bernd Kunert (21) und Uwe Wiederkrantz (27). Jetzt gab es eine Neueinstudierung, Regie: Bernd Kunert und Uwe Wiederkrantz, beide in tragenden Rollen auch auf der Bühne, Kunert sogar in der gleichen Partie wie damals. Von veraltet aber keine Spur: Die urtümliche Komödie erwies sich als so lebendig wie eh und je. Viel Beifall denn auch bei der Premiere im stark besetzten theater itzehoe. Als Ehrengast dabei: Dirk Hinrichs, ein Enkel des Autors, eigens angereist aus dem Oldenburger Land.

Sehr hübsch das Bühnenbild (Heiko Buschow/Thomas Horstmann): eine ländliche Szene im Wirtsgarten vom „Mühlenhof“. Katrin Geerken, die Wirtin, hat Sorgen. Peter, der geliebte Kater, ist verschwunden. Und taucht tot wieder auf, Nachbar Gerd Tapken hat ihn erschossen, er hatte sich über seine Küken hergemacht. Tapken fordert Schadenersatz, für Katrin aber gehört der Katzenmörder vor Gericht. Mählmann, der versoffene Winkeljurist, soll das bewerkstelligen… Am Ende ist dann doch alles gut. Es gibt ein glücklich liebend Paar, und auch Kater Peter ist wieder da.

Es ist nicht zuletzt die prall gefüllte Handlung, die „För de Katt!“ zum Klassiker unter den ländlichen Lustspielen macht. Dörfliche Idylle sucht man hier vergebens, es geht alles andere als ruhig zu – im Gegenteil.

An Ideen mangelte es August Hinrichs, einem der erfolgreichsten niederdeutschen Dramatiker (und Namensgeber der renommierten Oldenburger „August-Hinrichs-Bühne“), wahrlich nicht. Viel Heiterkeit schöpft der Autor aus dem betont herausgestellten Gegensatz Land-Stadt. Hier der bauernschlaue Frerk, dort der dröge Steuerberater Kruse. Klar, wer da der Gewinner ist…

Die Inszenierung bietet viele Höhepunkte und Lacher im amüsierten Publikum, aber auch eher verborgene Feinheiten, die zum Schmunzeln Anlass geben. Erstklassig auch die Besetzung. Vorneweg die beiden Veteranen: Uwe Wiederkrantz der bräsige, selbstbewusst die Bühne beherrschende Tapken, Bernd Kunert (Frerk) mit allen Registern seines großen komödiantischen Talents. Renate Wiederkrantz ist die resolut ihr Recht vertretende Wirtin, Peter Lange der durch Köm befeuerte Rechtsvertreter, Uwe Matthießen der feine Herr Kruse. Plietsch in allen Lebenslagen: Heidrun Matthießens Fieken, nach allen Wirrungen das junge Glück: Kathrin Wiesenberg (Meta), Achim Kußmann (Peter).

„Herzlichen Glückwunsch“, dankte auf der Premierenfeier Dirk Hinrichs für die Aufführung, zu der die stellvertretende Bürgervorsteherin Ingrid Reichhelm „namens der ganzen Stadt“ gratulierte. „Sehr zufrieden“ äußerten sich auch die beiden Regisseure. Bühnenleiterin Regina Mehlmann ehrte zwei Jubilare: Uwe Wiederkrantz und Peter Lange absolvierten ihren jeweils 1000. Einsatz.

Fazit des Abends: Nix för de Katt!

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