Naturschutz : Trischen: Brutplatz für viele Vogelarten

Rotschenkel – eine von vielen Vogelarten auf der Insel im Wattenmeer.
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Rotschenkel – eine von vielen Vogelarten auf der Insel im Wattenmeer.

Seit März ist Christin Kunze ganz allein als Nabu-Naturschutzwartin auf dem kleinen Eiland vor Friedrichskoog im Wattenmeer tätig. Brutvogelkartierung und Dokumentation des Vogelzugs sind momentan ihre Hauptaufgaben.

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28. Mai 2015, 04:45 Uhr

Die ersten blühenden Pflanzen in den Dünen, tüternde Rotschenkel, die ihre Küken bewachen, Silbermöwen, die mit lautem Geschrei ihre Reviere verteidigen und Seeschwalben, die mit ihren eleganten Flugsilhouetten über das Wasser jagen – so malt die Natur den Frühling auf der Vogelinsel Trischen. Seit Mitte März ist Christin Kunze ganz allein als Nabu-Naturschutzwartin auf dem kleinen Eiland vor Friedrichskoog im Wattenmeer tätig. Brutvogelkartierung und Dokumentation des Vogelzugs sind momentan ihre Hauptaufgaben.

„Über 20 verschiedene Vogelarten brüten auf Trischen. Die Rotschenkel führen bereits ihre Küken durch die Salzwiese und bei den Löfflern sitzen schon fünfköpfige Familien auf den Turmnestern“, berichtet die Ornithologin. „Bei den Möwen wird es noch ein bisschen mit dem Nachwuchs dauern, aber die Eier sind schon gelegt.“ Dagegen haben die Zwergseeschwalben gerade erst begonnen ihre Nester zu bauen – kahle Sandmulden, in die sie ihre Eier legen.

Der Mai bringt auch noch viele Zugvögel ins Wattenmeer. Über 1000 Ringelgänse rasten zur Zeit auf Trischen und tausende Weißwangengänse fliegen dieser Tage auf dem Weg in ihre nördlichen Brutgebiete an der Vogelinsel vorbei.

„Man kann nie wissen, welcher seltene Vogel vorbei kommt“, erzählt Christin Kunze „Das absolute Highlight war bisher ein Zwergflamingo, der zusammen mit 1500 Weißwangengänsen Richtung Osten zog“, so die Vogelwartin.

Singvögel, Seeschwalben, Watvögel und viele andere nutzen die kleine Insel als Rastmöglichkeit auf ihrem Zugweg. „Manche bleiben nur einen Tag oder eine Nacht, andere einige Wochen. Hier auf Trischen können sie für ihre oft tausende Kilometer lange Reise Energie tanken ohne gestört zu werden“, erklärt die Vogelwartin. Denn für Menschen ist, von Christin Kunze abgesehen, das Betreten Trischens tabu.

>Aktuelle Informationen und Bilder unter www.trischen.de

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