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Verkehr : Triebwagen kaputt: Pendler sind genervt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zwei von drei NOB-Zügen zwischen Heide und Itzehoe sind außer Betrieb - und in Wilster bleiben Fahrschüler auf der Strecke.

Für Fahrschüler, die täglich per Bahn zwischen Wilster und Itzehoe unterwegs sind, ist das Handy derzeit wichtiger als die Federtasche. „Wenn die Eltern sich nicht darum kümmern, dass ihre Kinder pünktlich zur Schule kommen, sind sie ganz aufgeschmissen“, berichtet Ann-Christin Martensen. Der Grund: Gleich reihenweise fallen auf der Strecke zwischen Heide und Itzehoe die Triebwagen der Nord-Ostsee-Bahn aus. Umso mehr Verkehr herrsche in den frühen Morgenstunden in den Kommunikationsmitteln. Per What’s App, so die Mutter aus Wilster weiter, meldeten sich Schulkinder bei ihren Eltern, dass ihr Zug nicht komme und dass sie doch bitte in der Schule anrufen sollten, dass es später werde. Ansagen oder Anzeigen auf dem Bahnhof in Wilster gebe es keine. „Da ist keinerlei Verlässlichkeit mehr drin“, schimpft Martensen. Entsprechend bleiben auch zahlreiche Berufspendler zumindest zeitweise auf der Strecke und müssen außerplanmäßig auf den nächsten Zug warten.

Ein Blick auf die NOB-Homepage offenbart: Auf der Strecke zwischen Heide und Itzehoe werde wegen betrieblicher Störungen ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Bei Schülern und Eltern ist diese Information offenbar nicht angekommen. „Eigentlich müsste es auch in Wilster Durchsagen oder Anzeigen geben“, sagt NOB-Sprecher Kay Goetze. Das Unternehmen werde das jetzt einmal prüfen. Gestern funktionierte zumindest die Anzeige und wies auf Schienenersatzverkehr hin – allerdings ohne Zeitangaben.

Hintergrund für die betrieblichen Störungen ist der Ausfall von gleich zwei der insgesamt drei zwischen Heide und Itzehoe eingesetzten Triebwagen. Betroffen sind neben Wilster auch die Haltepunkte in Burg, St. Michalisdonn und Meldorf. „Hier fallen derzeit ganze Umläufe weg“, erläutert Goetze. Das heißt: In beiden Fahrtrichtungen waren es gestern jeweils sieben Zugverbindungen, die vom Fahrplan verschwunden sind. Der Sprecher begründet dies mit technischen Problemen bei den Triebwagen. Ein Fahrzeug sei in der Werkstatt, das andere direkt zum Hersteller zurückgeschickt worden. „Das ist natürlich nicht schön“, wirbt Kay Goetze um Verständnis. Der Wegfall von zwei Dritteln der Transportkapazitäten sei aber nicht mehr zu kompensieren. „Heute ist es allerdings auch extrem“, meinte der Sprecher gestern. Die NOB hoffe deshalb auch auf eine baldige Rückmeldung, wann die Wagen wieder einsatzbereit seien. Welcher Art die technischen Probleme sind, sagte er nicht. „Die sind ganz unterschiedlicher Art.“

Wenn der einzig heile Triebwagen dann in Wilster auftaucht, kommt es allerdings noch zu einem weiteren Problem, wie Ann-Christin Martensen berichtet. So sei der Zug einmal nicht auf der gewohnten Seite, sondern auf dem anderen Gleis in den Bahnhof eingefahren fahren. Davon überraschte Schüler seien daraufhin quer über die Gleise gelaufen, um ihren Zug noch erreichen zu können. Kay Goetze schließt nicht aus, dass so etwas vorkommen könne. Hintergrund seien dann von der Fahrdienstleitung festgelegte betriebliche Erfordernisse. Natürlich, so warnt er, solle man auf keinen Fall einfach über die Gleise laufen.

Wann die kleine Triebwagenflotte der NOB wieder komplett ist, konnte Goetze nicht sagen. Bis auf Weiteres sollten sich Fahrschüler und Pendler also auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen. Ann-Christin Martensen beruhigt das wenig: „Jetzt müssen sich die Kinder nicht nur um ihre Schule kümmern, sondern auch noch darum, dass sie dort pünktlich ankommen. Da ist Stress in der Schule doch vorprogrammiert.“

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erstellt am 12.Feb.2016 | 12:33 Uhr

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