Ehrungen : Treue zur Gewerkschaft belohnt

Die Jubilare der IG BCE wurden in Lägerdorf von Gewerkschaftssekretär Andreas Suß (re.) geehrt.
Foto:
1 von 4
Die Jubilare der IG BCE wurden in Lägerdorf von Gewerkschaftssekretär Andreas Suß (re.) geehrt.

IG Bergbau, Chemie und Erden zeichnet wieder langjährige Mitglieder aus. Gewerkstadtssekretär erinnert bei Feierstunde in Lägerdorf an gemeinsame Errungenschaften.

shz.de von
15. November 2013, 05:00 Uhr

Zahlreiche Errungenschaften für Arbeitnehmer sind durch den Einsatz der jeweiligen Gewerkschaft zustande gekommen. Nun ehrte die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Erden (IG BCE) wieder langjährige Mitglieder. Seit drei Jahren wird dies von der Ortsgruppe Itzehoe ausgerichtet. „Viele Angestellte arbeiten oft jahrzehntelang in ihrem Beruf in der Industrie und sind währenddessen Mitglied in ihrer Gewerkschaft, hier vor allem bei Holcim, erklärte Gewerkschaftssekretär Andreas Suß in Lägerdorf.
Dort kamen die Jubilare in der Kantine des Zementwerkes Holcim mit Angehörigen, Freunden und Gewerkschaftsvertretern zusammen, um für ihre langjährige Zugehörigkeit ausgezeichnet zu werden. Gemeinsam mit dem Gesamtbetriebsrat Uwe Barkmann nahm Andreas Suß die Ehrungen vor.

Er stellte besonders heraus, dass er Mitglieder einmal für 65 Jahre, acht Mal für 60 Jahre, fünf Mal für 50 Jahre, sechs Mal für 40 Jahre und 10 Mal für 25 Jahre ehren konnte. „Viele treten gleich mit der Ausbildung bei uns ein und bleiben dann ihr ganzes Arbeitsleben Mitglied“, freute er sich.

Die Ehrung verband der Sprecher mit einem Rückblick in die jeweilige Zeit, in der die Jubilare eingetreten waren. Sie fühlten sich bei dieser Rückschau auf eine Zeitreise durch die Geschichte der Bundesrepublik versetzt.

Vor 60 Jahren, 1953, wurde durch ein neues Wahlgesetz für den Bundestag die Fünf-Prozenthürde eingeführt. „Der Aufstand von Arbeitern in der DDR wurde erst durch Panzer der sowjetischen Besatzungstruppen nieder geschlagen.“ In Kassel wurden das Bundesarbeits- und das Bundessozialgericht gegründet.

Vor 50 Jahren, 1963, hielt der amerikanische Präseident John F. Kennedy seine berühmte Rede „Ich bin ein Berliner.“ Durch das Bundesurlaubsgesetz wurde bestimmt, dass jedem Arbeitnehmer jährlich 18 Werktage Urlaub zustehen. „In Coburg ging der bis dahin längste Streik der Bundesrepublik für die Belegschaft erfolgreich zu Ende. Er dauerte 40 Wochen.“

Vor 40 Jahren, 1973, wurde in der Bundesrepublik Deutschland, um die Ölkrise zu mildern, ein Sonntagsfahrverbot eingeführt. Wichtig für Lägerdorf: „In der chemischen Industrie wurde ein neuer Manteltarifvertrag abgeschlossen. Dabei wurden die Arbeiter und die Angestellten in den Tarifbestimmungen über die Arbeitsbedingungen erstmalig gleichgestellt.“

Schließlich blickte er auf die Zeit vor 25 Jahren, 1988, zurück, als der Bundestag die Gesundheitsreform verabschiedete, die für die Versicherten höhere Kosten bei geringeren Leistungen bedeutete. „Das setzt sich bis heute fort.“

Andreas Suß bedankte sich bei den Jubilaren mit einer Urkunde, einer Anstecknadel und einer Uhr als Geschenk.

Folgende langjährige Mitglieder wurden ausgezeichnet: 65 Jahre: Gerhard Krieter; 60 Jahre: Franz Beuchel, Heinz Eggert, Gustav Junge, Albert Katzmann, Johannes Meyer, Horst Okroy, Kurt Schmidt, Richard Hübner, 50 Jahre: K.O. Falendiek, Manfred Götz, Hans-Hermann Rathje, Klaus-Dieter Pieper, Manfred Ohm; 40 Jahre: Walter Boehe, Roswitha Clausen, Otto Eichen, Günter hansen, Helene Junge; 25 Jahre: Markus Bahrs, Martin Bernhardt, Bianca Lindinger, Nils Neumann, Elke Papist, Dirk Westermann, Rolf Behrens, Reinhard Schal, Karl Riess, Peter Schlüter, Marco Zander.

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen