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Wirtschaft : Treue zu Holcim – bis ins ganz hohe Alter

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Einmal im Jahr treffen sich in Lägerdorf die Veteranen des Zementherstellers Holcim.

shz.de von
erstellt am 29.Sep.2014 | 17:22 Uhr

Die Holcim AG in Lägerdorf ist einer der größten Arbeitgeber in der Region. Zum Jahresende 2013 waren im Werk laut eigenen Angaben rund 320 Mitarbeiter beschäftigt. Nun kamen die ehemaligen Mitarbeiter sowie deren Partner in der Kantine des Zementwerks zum Ehemaligentreffen zusammen. In Lägerdorf nahmen über 200 Gäste in höherem Alter daran teil.

Einmal im Jahr ausgerichtet durch den Betriebsrat, gab es für sie ein nachmittägliches Unterhaltungs-Programm. Mitglieder des Betriebsrates hatten auch in diesem Jahr einen Abhol- und Bringservice mit VW Bussen für die Senioren eingerichtet. „Wir haben 109 von 300 eingeladenen Personen hier, die ehemals für Holcim gearbeitet haben – in einem Gesamtalter von 8496 Jahren“, freute sich Norbert Wagner, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Holcim Deutschland AG, über den großen Zulauf. „Das macht ein durchschnittliches Alter von 77 Jahren.“

Die Teilnehmer kommen aus der direkten Umgebung, aber auch aus Itzehoe, Nutteln, Vaale oder Wacken sowie aus Ostdeutschland oder der Eifel. „Im vergangenen Jahr ist ein Ehemaliger sogar aus Spanien angereist“, erzählte Norbert Wagner.

Sie nehmen das Treffen als willkommene Gelegenheit wahr, ihren früheren Kollegen wieder zu begegnen und zu sehen, was aus dem Werk geworden ist. „Viele wollen sich mit den Jüngeren unterhalten, einige noch mal das Werk besichtigen, noch einmal einen Blick auf den Leitstand werfen“, beobachtete Norbert Wagner.

Einer von ihnen war Paul Clemens (78) aus Schöneichen bei Berlin, der seine Tätigkeit – obwohl vor 13 Jahren bereits in den Ruhestand gegangen – bis heute nicht ganz aufgegeben hat. In Lägerdorf hatte er nach der Wende ein Angebot für einen Job als Leiter Maltechnik und Versand in einem Bereich in der „kalten Seite“ des Werks erhalten. Elf Jahre lang war er von 1991 bis 2001 in Lägerdorf beschäftigt. „Das war mein zweites Arbeitsleben. Ich bin hier noch mal glücklich geworden“, resümiert er.
Zwar sei er zum Wochenende immer nach Hause gefahren – das war Bedingung für die Annahme des Jobs – „aber mir haben die Menschen hier gefallen, wie sie zwischen Leitung und Angestellten miteinander umgegangen sind. Wir haben uns sehr gut verstanden.“ Nachdem er dann im Ruhestand wieder gänzlich nach Berlin gezogen ist, zog es ihn doch jedes Jahr wieder an die alte Wirkungsstätte zurück. „Ich war fast jedes Mal beim Ehemaligentreffen dabei“, erzählt er.

Für die 370 Kilometer lange Strecke nahm er auch nun wieder gemeinsam mit seiner Frau fünf Stunden Fahrt in Kauf. Die jährlichen Feiern seien phantastisch. „Ich freue mich, wenn ich die Gesichter von früher wieder sehe.“ Da ist ihm auch jetzt alles noch vertraut. „Man geht aufeinander zu, als wenn ich gar nicht weg gewesen bin“, sagte er. Und „Hin und wieder darf ich auch noch einmal mitspielen.“ Denn als Experte an einer Mühle arbeitet er zeitweise auch jetzt noch ein, zwei Tage noch in seinem Bereich.

Werksleiter Morten Holpert betonte in seiner Rede, dass die Holcim AG durch die Fusion mit der Firma „Cemex“ zum Maßstab in der Branche geworden sei, was auch eine große Rolle für Lägerdorf spiele. Er hob die internationale, europäische Bedeutung des Werkes hervor, in der es im Moment „mächtig nach oben“ gehe. „Wir verdoppeln die Mitarbeiterzahlen. Auf dem internationalen Markt sind wir mit Abstand der größte Zementhersteller der Welt.“ Ausgezeichnet wurden schließlich die ältesten drei ehemaligen Mitarbeiter Hans Nottelmann (Itzehoe, 93 Jahre alt), Carl Radeboldt (Wacken, 92) und Hans Münster (Dägeling, 92) mit einem Präsentkorb.

Bei Kaffee und Kuchen war auch für Unterhaltung gesorgt: Für die musikalische Begleitung war DJ Andy (Andreas Nier) aus Itzehoe zuständig, der zunächst einmal Live-Musik mit dem Saxophon machte.

Die unterhaltsame Show hatte dann Schauspielerin und Travestiekünstlerin „Die wilde Hilde“ aus Kiebitzreihe (Hardy Stemmann) auf ihrer Seite. Nach dem gemeinsamen Essen bat die Musik dann zum Tanz. Für die meisten wie auch Paul Clemens aus Berlin stand da schon fest, dass sie auch im kommenden Jahr wieder dabei sein wollen.

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