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Kaiser-Karl-Schule : Treppenhaus als Brücke zu Hablik

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Anregung kam beim Denkmalstag: Drei Kieler Künstler verwandeln Aufgang in der Kaiser-Karl-Schule in ein Feuerwerk der Farben

Sanftes Rosa schmiegt sich an dezentes Grau, zartes Lila verschachtelt sich mit hellem Petrol, pastelliges Grün wird umrahmt von kräftigem Maisgelb – das Treppenhaus der Kaiser-Karl-Schule (KKS) strahlt in bunten Farben. „Ja, bin ich denn hier in Habliks Esszimmer?“, mag sich manch einer fragen, der das farbenfrohe Zimmer in der Hablik-Villa in der Talstraße kennt. Und tatsächlich ist die Treppenhaus-Malerei, die von den drei Kieler Künstlern Benjamin Mastaglio, Maike Denkert und Lennart Holzborn umgesetzt wird, in Anlehnung an Habliks Raumgestaltung entstanden.

Die Idee dazu entstand im Zusammenhang mit dem Tag des offenen Denkmals, dessen zentrale Auftakt-Veranstaltung im September 2014 an der KKS stattgefunden hat. „Könnte man statt Flyern und Plakaten nicht etwas Dauerhaftes hinterlassen?“, hatte Albrecht Barthel vom Landesamt für Denkmalpflege damals überlegt. Und da das Thema Farbe im Mittelpunkt stand, geriet schnell das Treppenhaus der Kulturschule in den Fokus. Denn dort, so hatte ein Restaurator festgestellt, hatte es früher durchaus Farbe gegeben, bevor alles einem „einheitlichen Rauchergelb“ gewichen war, wie Künstler Benjamin Mastaglio es beschreibt.

Unterstützt durch den Förderverein, das Landesamt für Denkmalpflege und die Kulturstiftung des Landes machte sich Mastaglio, der ein ganz ähnliches Projekt bereits für die Landesvertretung Schleswig-Holsteins in Berlin umgesetzt hat, ans Werk.

Nicht etwa am Computer entstanden die Entwürfe – sondern in aufwändiger Detailarbeit wurden maßstabsgetreue Modelle erstellt und mit buntem Tonpapier beklebt. Am 26. Dezember legten Mastaglio und seine Kollegen im Treppenhaus auf der Südseite los. Da nur während der Ferien gearbeitet werden kann, dauerte der Arbeitstag meist bis tief in die Nacht.

„Alleine in das Süd-Treppenhaus sind 714 Arbeitsstunden geflossen“, erzählte Benjamin Mastaglio, als Albrecht Barthel mit einer Gruppe Interessierter am Wochenende die KKS besuchte, um den Fortschritt der Arbeiten zu begutachten.

54 Farbtöne wurden verwendet, im Erdgeschoss wird hell gestartet, nach oben werden die Farben immer dunkler. Ein kräftiger roter Sockel zieht sich als verbindendes Element durch alle Geschosse. Dieser wiederholt sich auch im Treppenhaus der Nordseite, das jetzt in den Osterferien an der Reihe ist. Die übrigen Farben sind etwas kühler gehalten als auf der Südseite. „So erhält jedes Treppenhaus seine eigene Identität“, erläuterte Mastaglio.

Die Besucher waren begeistert. Manch einer hätte Benjamin Mastaglio samt Pinsel und Farbeimer am liebsten sofort ins heimische Wohnzimmer entführt. Die Treppenhäuser seien eine Brücke zur Hablik-Gestaltung. In Verbindung mit den großformatigen Ölgemälden Wenzel Habliks, die als Dauerleihgabe des Hablik-Museums bereits seit 1982 im Festsaal der KKS hängen, trete eine gegenseitige Verstärkung ein.
Und auch den Schülern, Lehrern und Eltern gefällt das neue Treppenhaus, berichtete Lehrer Herwig Neumeyer. Selbst die, die anfangs skeptisch waren, seien sich inzwischen einig: „Eine tolle Sache!“

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