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jugendzentrum : Treffpunkt gegen die Langeweile

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Von Kochen bis Kicken: Leiterin Sara Vogel bietet im Jugendzentrum (Juze) eine ganze Reihe von Aktivitäten an. Bis zu 40 Jugendliche nutzen täglich das Angebot.

Im Jugendzentrum Glückstadt (Juze) herrscht am Nachmittag Hochbetrieb. Auf zwei Etagen verbringen derzeit Kinder und Jugendliche von acht bis 25 Jahren ihre Freizeit, „viele mit Migrationshintergrund“, sagt Leiterin Sara Sunniva Vogel (27) aus Itzehoe. Als eines der größten Jugendzentren im Kreis hatte es vor zwei Jahren monatelang geschlossen (wir berichteten). Danach hatte eine Initiative mit Unterstützung der Stadt die Leitung übergangsweise übernommen, bis Sara Vogel vor eineinhalb Jahren die Leitung übernahm.

„Aufgabe war es, für die Jugendlichen wieder ein ansprechendes Angebot auf die Beine zu stellen“, erzählt sie. Nach ihrer Erzieherausbildung an der Elli-Heuss-Knapp-Schule in Neumünster, in der sie 2012 ihren Abschluss machte, fing sie sofort in Glückstadt an. „Das war meine Wunschstelle in der offenen Kinder- und Jugendarbeit“, sagt sie und bereut ihre Entscheidung bisher nicht. „Ich habe viel Glück gehabt, dass sie frei war, und es gefällt mir sehr.“

Als sie startete, waren die Besucherzahlen „schon nicht schlecht“ – jetzt sind sie rapide gestiegen. Um die 40 Jugendliche kommen jeden Tag ins Juze. Dafür hat Sara Vogel eine Menge auf die Beine gestellt. In einem Tanzraum trifft sich dienstags und donnerstags (16 und 17 Uhr) eine aktive Tanzgruppe. Zwölf Teilnehmer von elf bis 18 Jahren üben von Hip Hop bis Pop verschiedenste Choreografien ein. Im Fitnessraum trainieren vorwiegend die Jungen an mehreren Geräten ihre Muckis.

Was die Leiterin sehr freut: „Wir haben endlich in der Bürgerschule eine Hallenzeit bekommen.“ Da gibt es jetzt jeden Sonnabend von 20 bis 22 Uhr zum ersten Mal „Mitternachtsfußball“ – kicken ab 16 Jahren. „Das ist eine schöne Sache, die unser Angebot bereichert.“ Viel Kreativität herrscht im für alle frei zugänglichen Kunstraum und der Werkstatt, wo nach Lust und Laune gewerkelt und gemalt werden kann. Der befreundete Grafitti-Künstler Christian Nielsen aus Itzehoe hat ihnen zwei große Schilder mit der Aufschrift „Juze“ gesprayt, die demnächst draußen aufgehängt werden sollen.

Ein Treffpunkt für alle ist die Küche, in der durch eine Spendenaktion von den Soroptimisten gesundes regelmäßiges Kochen angeboten werden kann. „Jeden Tag gibt es eine kleine Leckerei – von Pizza über Nudeln oder Fisch bis hin zu selbst gemachtem Eis mit Soße. Ein großer Raum dient als Teestube, wo auch Billard und Gesellschaftsspiele gespielt werden. Ein großer Renner ist vor allem im Winter die Playstation 3 mit FIFA-Fußball. Vogel: „Vor allem die Jungen liefern sich hier heiße Spiele.“

Für die Jugendlichen hat sie nur Lob übrig: „Sie bringen sich ganz phantastisch ein. Ich hätte das Jahr nicht geschafft, wenn ich nicht so gut von ihnen unterstützt worden wäre. Vor allem die Älteren helfen ehrenamtlich mit.“ Und sie will auch die mittlerweile etwas eingeschlafenen Live-Konzerte neu beleben. So heißt es am Sonnabend, 22. März, wieder „Juze rockt“ mit insgesamt drei Bands, organisiert von der Band „Die Anderen“. Angefangen haben sie auch wieder mit der Disco für die Jüngeren alle zwei Monate, auch die Feriendisco gibt es in den Osterferien wieder. Das Ferienprogramm läuft ebenso gut, „die Arbeit hat sich eingespielt.“

Viel Freude haben die Jugendlichen an den Veranstaltungen und Aktivitäten auch außerhalb. So fahren sie nach Hamburg oder Sylt zum Paintball spielen, in den Tierpark, ins Schwimmbad oder zum Kanufahren. Dabei, so lobt Sara Vogel, werde sie von Politik, Verwaltung und Rathaus gut unterstützt, „Wir finden viel Gehör.“ Viel sei in Zukunft davon abhängig, dass die Einrichtung personell wieder voll besetzt werde. „Dann haben wir wieder mehr Möglichkeiten.“ Deshalb hofft die Leiterin auf professionelle Verstärkung. Die soll schon möglichst bald kommen – doch auf die ausgeschriebene Stelle gab es bisher zu wenig geeignete Bewerber. Im letzten Hauptausschuss wurde deshalb beschlossen, die Vollzeitstelle erneut auszuschreiben.

Geöffnet hat das Juze unter der Woche von 14 bis 20 Uhr, Freitag und an den ersten drei Sonnabenden im Monat von 14 bis 21 Uhr

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erstellt am 30.Jan.2014 | 16:56 Uhr

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