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Wacken Open Air : Trecker ziehen Autos aus Schlamm

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Stille, Stau, Sofas und Schlamm: Das Wacken Open Air ist zu Ende, die Fans sind weg. Jetzt wird die nächsten Tage aufgeräumt.

Es ist wieder still in Wacken: Nach vier Tagen lauter Musik-Dauerbeschallung ging das Wacken Open Air zu Ende, gestern hieß es Abschied nehmen vom Acker. Eilig hatte es keiner: Die Sonne schien auf die Campingplätze herab, die sich langsam leerten. Überall wurde gepackt, in aller Ruhe. Manch einer lümmelte sich noch auf seinem Campingstuhl oder lag mit einem Becher Kaffee auf der Motorhaube. Trotzdem war die Abreise vom Acker eine kurze und knappe Geschichte: „Gegen 14 Uhr hat der letzte Camper den Platz verlassen“, so Chef-Stuart und Landwirt Sönke Trede.

Das Verlassen der teils sehr matschigen Zeltplätze gestaltete sich deutlich reibungsloser als erwartet, hieß es von Seiten der Polizei. Trotzdem brauchten einige Metalheads Hilfe auf dem Heimweg: 15 Trecker seien im Einsatz gewesen, die rund 150 Fahrzeuge von dem matschigen Festivalgelände zogen. War kein Trecker in der Nähe, wurde sich gegenseitig geholfen. Die Vorbereitung der Veranstalter auf den Abreisetag zeigte Wirkung: Die meisten Hauptwege waren wieder gut befahrbar. „Alles ist super gelaufen“, so Sönke Trede. Auch Frank aus Darmstadt konnte geholfen werden. „Wir haben uns einen Trecker bestellt und warten nun darauf, dass dieser uns auf festen Boden zieht.“

Die Verkehrssituation bescherte auch der Polizei einige Arbeit: Ansonsten verliefen aus Sicht der Beamten die letzten Stunden überaus friedlich. Straftaten wurden nur wenige verzeichnet – vielmehr waren es Maßnahmen rund um den Verkehr, die die Einsatzkräfte beschäftigten. Denn erste Staus bildeten sich bereits ab dem frühen Morgen.

Innerhalb des letzten Tages des Wacken Open Airs registrierte die Polizei nur vier Diebstähle und drei Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Anzeigen gab es wegen Besitzes geringer Mengen von Cannabisprodukten.

Gegen 23.30 Uhr am Sonnabend rückten Polizei und Feuerwehr aus, weil acht mobile Toiletten in Flammen aufgegangen waren. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Holstenniendorf löschten den Brand. Weil er ein Souvenir mitnahm, bekam ein 55-Jähriger eine Anzeige. Er hatte um Mitternacht ein WOA-Werbeplakat von einem Zaun abgelöst, um es mitzunehmen. Ein Zeuge beobachtete den Dieb dabei und informierte die Polizei.

Was gestern blieb, waren Erinnerungsstücke an das weltgrößte Metalfestival. Überall lagen herum: Sofas, kaputte Pavillons in Mengen und schlammverschmierte Schuhe, meist einzelne. Auch die Wackener Hauptstraße war nur wenige Stunden, nachdem die letzten Klänge des WOA 2015 verhallten nicht mehr wieder zu erkennen. Abreisende mit Rucksäcken zogen mit Trollis durch die Straßen, aber kaum noch Buden und Essensstände waren zu sehen. Und die Wackener hatten ihre Vorgärten schon wieder in den Urzustand vor dem Festival zurückversetzt. Für ein Jahr ist wieder Ruhe eingekehrt.

 

 

 

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erstellt am 03.Aug.2015 | 05:11 Uhr

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