zur Navigation springen

Alles dreht sich ums runde Leder : Traumziel Profi-Torwart rückt näher

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Seit eineinhalb Jahren kickt Niklas Gohr beim U13-Nachwuchs des FC St. Pauli und erweist sich als Ausnahmetalent. Vor dem Sprung nach Hamburg trainierte er beim SV Alemannia Wilster.

Dem großen Traum ganz nah. Seit eineinhalb Jahren wandelt Niklas Gohr auf den Spuren namhafter Fußballprofis. Der 12-jährige Nachwuchskicker hatte drei Jahre für den SV Alemannia Wilster gespielt bevor er im April des vergangenen Jahres im Leistungszentrum des FC St. Pauli aufgenommen worden ist (wir berichteten). Während eines Turniers war er seinerzeit von einem Talentscout des Bundesligisten entdeckt worden. Seitdem dreht sich im Leben von Niklas alles nur noch um das runde Leder. Dank einer enormen Entwicklung wurden weitere Förderer auf den jungen Fußballer aufmerksam. Bis zu sieben Tage in der Woche steht er mittlerweile auf dem Sportplatz und kommt dem Traum einer Profikarriere immer näher.

„Für die gesamte Familie war es bisher eine sehr spannende Zeit“, sagt Mutter Melanie Gohr. Eine Zeit, in der sich alle Beteiligten ganz neuen Herausforderungen gegenübergestellt sahen. „Zum Anfang war es eine ganz komische Situation. Plötzlich spielt man gegen große Vereine wie Werder Bremen, HSV oder VFL Wolfsburg“, erinnert sich Niklas, dessen Vater Michael Gohr die Polizeistation Wilster leitet, an die ersten Wochen. Anfänglich habe er sich selber gewaltig unter Druck gesetzt, da er insbesondere bei den Trainern sein Können unter Beweis stellen wollte. Doch mit den ersten Punktspiel- und Turniererfolgen seiner Mannschaft und durch den Zuspruch der Coaches gewann Niklas zunehmend an Selbstsicherheit und steigerte seine Leistungen seitdem kontinuierlich. Diese Entwicklung blieb auch den Talentförderern des Hamburger Fußballverbandes nicht verborgen. Es folgte eine Einladung zum Sichtungstraining. Dort konnte er die Verantwortlichen abermals überzeugen und sicherte sich neben seinem Platz im Tor des FC St. Pauli einen der begehrten Torhüterplätze im U13-Team der Hamburger Landesauswahl. „Jeder Nachwuchskicker möchte gerne in die Landesauswahl, denn ein Platz dort eröffnet die Möglichkeit für weitere Sichtungsturniere eingeladen zu werden, die der Aufstellung der Nationalmannschaft dienen“, erklärt Niklas das Begehren.

Mit Dirk Heyne trat ein weiterer Förderer an die Familie Gohr heran. Der ehemalige Fußballprofi, der während seiner Karriere unter anderem als Torhüter für den 1 FC. Magdeburg und Borussia Mönchengladbach das Tor hütete, eröffnete nach seiner aktiven Spielerzeit eine Torwartschule in Hamburg. Im Rahmen einiger Kurse, die Niklas dort besuchte, konnte er mit seinen herausragenden Leistungen überzeugen und so bot sich Heyne an, wie schon Robert Enke, Uwe Kamps und Andreas Wessels auch Niklas von seinem Wissen und seiner Erfahrung profitieren zu lassen. „Wir waren absolut aus dem Häuschen, als Dirk Heyne an uns herantrat und uns fragte, ob Niklas einmal pro Woche in einer Talentgruppe trainieren möchte“, so Michael Gohr. So wurden mit der Zustimmung des FC St. Pauli aus den wöchentlich drei Trainingstagen schnell mal fünf. Zusammen mit den Punkt-, Freundschaftsspielen und Turnierteilnahmen an den Wochenenden steht Niklas somit bis zu sieben Tage die Woche auf dem Fußballfeld. „Anfänglichen hatten wir doch Befürchtungen, dass es für Niklas zu viel werden könnte“, erzählt Melanie Gohr. Doch Niklas konnte seine Eltern überzeugen es zumindest zu versuchen, und wie sich herausstellte, waren alle Befürchtungen unbegründet.

„Niklas ist ein absolutes Ausnahmetalent und bereits in seinen jungen Jahren mit einer enormen Persönlichkeitsreife und Professionalität ausgestattet. Er ist diszipliniert, und weiß neben seinen sportlichen immensen Erfolgen vor allem auch um die Bedeutung der schulischen Laufbahn“, so Marcus Tandecki. Der Leiter des Sportprofils 11k an der Auguste Viktoria Schule, der mit einem Kollegen für den Bereich Fußball am Itzehoer Gymnasium zuständig ist und darüber hinaus die Jungprofis des SV Werder Bremen unterrichtet, die zwar den Sprung in das Bundesligateam geschafft, aber ihre schulische Laufbahn noch nicht abgeschlossen haben, zeigt sich zuversichtlich, dass Niklas seinen eingeschlagenen Weg in jeder Hinsicht erfolgreich gehen wird.

Zu den Zielen, die sich Niklas für die nahe Zukunft gesetzt hat, gehört die Festigung seines Platzes beim FC St. Pauli und im Tor der Landesauswahl. Ferner möchte er mit seinem Team in dieser Saison die Hamburger Meisterschaft gewinnen. „Wir wünschen uns für Niklas, dass er noch für sehr lange Zeit seinem Traum nachgehen kann. Gerade im Leistungssport kann das bittere Ende eines Traumes schnell kommen, was wir natürlich nicht hoffen. Auf jeden Fall werden wir ihn immer in allen Bereichen so gut es uns möglich ist unterstützen“, sind sich Melanie und Michael Gohr einig.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen