Classic Motor Days : Traumauto mit 100 PS

Aus der Kurve geflogen, platter Reifen, aber glücklich: Dieter Allmers aus Nordenham mit seinem grünen Formel 3-„Brabham“, Baujahr 1966, mit 1000 Kubikzentimetern und 100 PS.
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Aus der Kurve geflogen, platter Reifen, aber glücklich: Dieter Allmers aus Nordenham mit seinem grünen Formel 3-„Brabham“, Baujahr 1966, mit 1000 Kubikzentimetern und 100 PS.

Oldtimer-Spektakel wird von schwerem Unfall überschattet. Tausende Besucher am Hungrigen Wolf.

shz.de von
04. Juni 2018, 05:00 Uhr

Dröhnende Motoren in der Boxengasse, ein Hauch von Benzin über dem Rollfeld und jede Menge Spannung in der Luft – in Hohenlockstedt sorgten die „6. Classic Motor Days“ für Begeisterung bei Tausenden von Zuschauern auf dem Areal des Hungrigen Wolf.

Mit 274 Nennungen aus ganz Deutschland, Dänemark und der Schweiz wurde ein neuer Höchststand aller bisherigen Veranstaltungen erreicht. Die familiäre Atmosphäre ist mit dem automobilen Programm trotz des riesigen Areals gewahrt geblieben. Überschattet wurde die Veranstaltung allerdings durch einen schweren Unfall.

In Rennen unterschiedlicher Klassen, bei denen es auf gleichmäßige Zeiten ankam, gingen die Oldtimer auf zwei und vier Rädern auf den Rundkurs von 2,5 Kilometern. Dabei überschlug sich ein Motorradgespann. Die Beifahrerin wurde in einer Kurve hinaus geschleudert und kam ins Itzehoer Krankenhaus. Der Fahrer wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Universitätsklinikum nach Kiel geflogen. „Das Sicherheitskonzept hat aber funktioniert, die Versorgung hat geklappt“, sagte Organisator Anton Schlenger-Evers.

Am ersten Tag hatten die Flugzeuge des Itzehoer Luftsportvereins (ILV) mit dem Wetter zu kämpfen. „Da es südlich von Itzehoe so schlecht war, konnten viele Oldtimer-Flugzeuge und vor allem die historische ,Antonov“ gar nicht nach Itzehoe kommen“, so der ILV-Vorsitzende Bernhard Rösler. Dennoch starteten die vereinseigenen Cessnas und ein Girocopter mit Pilot Henning Kado zu Rundflügen.

Ein „Taxi“ der besonderen Art bot einer der bekanntesten deutschen Formel-1-Rennfahrer, Hans-Joachim Stuck (67), der Runden mit seinem „Audi R8“ drehte, mit dem er seine ersten Rennen gewonnen hat, und nun Gastfahrer mitnahm.

Speedway-Legende Egon Müller moderierte: „Die Rennen werden auf den Zentimeter genau bewertet, die Strecke macht Laune auf mehr, und es ist Weltklasse, dass unser Publikum daran so viel Spaß hat.“

Respekt zollten viele Besucher Harry Lund (82) aus Appenrade, der mit seinem DKW Autounion, Baujahr 1945, antrat. Den Zweitakter mit 698 Kubikzentimetern hat er zwei Jahre lang restauriert. Mit seinen 24 PS brachte er es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 110 Stundenkilometern, die er aber nicht ausreizte: „Es ist eine sehr gute Strecke“, fand er.

Auch Moderatorin Kristina Gruse vom Hamburg Journal (NDR) und „Miss Tagesschau“ Dagmar Berghoff als Schirmherrin begaben sich auf die Strecke. Spenden kamen den Kinderkrebsstationen der Uni-Klinik Kiel und des UKE in Hamburg zugute.

Im Fahrerlager saß Dieter Allmers aus Nordenham neben seinem grünen Formel 3-„Brabham“, Baujahr 1966, mit 1000 Kubikzentimetern und 100 PS. Im Rennen war er aus der Kurve geflogen und hatte einen Reifenplatten erlitten – machte aber nichts, denn: „Das war mein Traumauto als Kind, und als ich dann ein echtes gefunden habe, habe ich die Teile zusammen gesucht und es restauriert. Nun bin ich erstmals hier. Es ist auch so eine super Sache.“

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