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Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 11:48 Uhr

tagungen : Trauma-Hilfe und Tätersuche

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zwei Fachtagungen finden im Rahmen der KrimiNordica in Itzehoe statt: Trauma-Experten und Mordkommissionen treffen sich.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2013 | 17:50 Uhr

Die einen kümmern sich vor allem um die Opfer von Gewalt, die anderen suchen primär die Täter. Zu beiden Bereichen gab es gestern parallel Tagungen in Itzehoe – als Teil der Fachsäule des Krimi-Festivals KrimiNordica.

Im Hotel Mercure fand eine interdisziplinäre Trauma-Fachtagung statt. Der Einladung des Vereins Wendepunkt waren rund 180 Fachkräfte aus Justiz und Strafverfolgung, Medizin, Beratungseinrichtungen, Jugendhilfe, Kindertagesstätten und Schulen gefolgt.

„Diesem großen Themenbereich kann man nur interdisziplinär begegnen“, so Ingrid Kohlschmitt, Geschäftsführerin des Vereins Wendepunkt. Um Menschen, die durch Gewalt traumatisiert wurden, besser unterstützen zu können, müsse juristische, medizinische, psychosoziale und pädagogische Expertise verbunden werden.

In diesem Sinne referierten Experten aus den Fachbereichen über den jeweils aktuellen Kenntnisstand ihrer Disziplin. Beispielweise berichtete Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt über die professionelle Prozessbegleitung von sensiblen Zeugen im Strafverfahren. Rechtsmedizinerin Dr. Nadine Wilke informierte über ein niederschwelliges Hilfsangebot des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf im Kreis Pinneberg für Opfer von Gewalt- und Sexualstraftaten. Außerdem wurde im Rahmen der Tagung nicht nur die Trauma-Ambulanz Westholstein vorgestellt, sondern auch Sozialministerin Kristin Alheit stattete der Veranstaltung einen Besuch ab.

Im Innovationszentrum IZET trafen sich knapp 40 Ermittler aus den vier Mordkommissionen des Landes, angesiedelt an den Landgerichtsstandorten Itzehoe, Kiel, Flensburg und Lübeck. Zufällig sei Itzehoe passend zur KrimiNordica mit der Ausrichtung der jährlichen Fachtagung an der Reihe, sagte Siegfried Lindhorst, Leiter der hiesigen Mordkommission. Die Ermittler hörten Vorträge zur Tatortvermessung mit Lasertechnik und zu Blutspuren, tauschten sich aber auch aus über Methoden oder rechtliche Grundlagen ihrer Arbeit. Zum Beispiel die Vorratsdatenspeicherung, die nur für wenige Tage möglich sei. Insgesamt seien die Treffen wertvoll, so Lindhorst: „Es kommen Erkenntnisse auf, die man eins zu eins umsetzen kann.“

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