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Norddeutsche Rundschau

24. November 2017 | 08:35 Uhr

wichtige stütze : Trauerhaus für junge Menschen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Monjala – neues Angebot der Diakonie im ehemaligen Pastorat in der Wilhelmstraße in Itzehoe.

von
erstellt am 19.Apr.2014 | 07:00 Uhr

Jeder trauert anders. Jeder geht auf seine Art mit dem Schmerz um und gestaltet das Leben mit dem Verlust neu. Das soll das Wort Monjala ausdrücken. Es ist ein Kunstwort – und es ist der Name für das Trauerhaus für Kinder und Jugendliche, das die Diakonie Rantzau-Münsterdorf im ehemaligen Pastorat in der Wilhelmstraße eingerichtet hat.

Als Leiterin ist Sozialpädagogin Karina Brandenburg (35) stundenweise in dem Projekt aktiv. Betreut wird es von Sandra Köster (32), Sozialpädagogin, Diakonin und Trauerbegleiterin. Die Hauptarbeit werde in Gruppen erfolgen, sagt Sandra Köster. „Die Nachfrage ist schon so groß, dass wir es in der Einzelbegleitung nicht leisten können.“ Der Vorteil: Kinder und Jugendliche könnten sehen, dass auch andere Verluste erleben, und sich mit Gleichaltrigen austauschen. Auf Wunsch gibt es aber auch Einzelbegleitungen, zum Beispiel bei sehr privaten Themen oder Schwierigkeiten in der Familie. Das Angebot erstreckt sich auch auf Eltern.

Angesprochen sind Trauernde im Alter von 6 bis 27 Jahren, insbesondere Kinder und Jugendliche mit ihren Familien und dem sozialen Umfeld. Denn bei der erweiterten Trauerbegleitung kommt Monjala in Kindergärten, Schulen und Vereine – „die Kinder und Jugendlichen geben vor, was sie brauchen“, sagt Sandra Köster. Auch Lehrer und Erzieher werden unterstützt, damit sie im Akut-Fall handlungsfähig sind, erste Fortbildungen gab es bereits. Geplant sind zudem Info-Veranstaltungen. „Das Thema ist immer noch ein Tabu“, sagt die Trauerbegleiterin. Diakonie-Geschäftsführer Thorsten Sielk unterstreicht ebenfalls den Bedarf: „Wir setzen da an, wo andere Strukturen momentan nicht greifen.“

Eine Gruppe für 14- bis 17-Jährige läuft ab Mittwoch, 21. Mai, 17 Uhr – Anmeldungen sind noch möglich. Für Sechs- bis Zehnjährige geht es im September los. Fünf Anmeldungen seien für eine Gruppe nötig, so Sandra Köster. Das frühere Pastorat jedenfalls bietet viele Möglichkeiten. Es wurde für Monjala umgebaut mit Räumen für Gruppen, für Einzelgespräche und zum betreuten Warten, für kreatives Arbeiten verschiedenster Art und zur Entspannung beim Snoezelen mit Lichteffekten und Musik. Im Obergeschoss sind zudem Büros untergebracht für die Familien-Hebamme aus dem Programm „Frühe Hilfen“, die Elternberatung in Kitas und „Wellcome“. Die offizielle Eröffnung von Monjala ist am 7. Mai.

Die Angebote des Trauerhauses seien für jeden offen, unabhängig von Konfession und Kultur, sagt Sielk. Und sie sind kostenlos dank der Mittel der Kirche und der Aktion Mensch, die für drei Jahre Personal- und Sachkosten fördert. Langfristig sollen Spenden das Projekt sichern, deshalb wird bereits um „Mutmacher“ geworben. „Es gibt eine sehr positive Resonanz“, sagt Sielk. Willkommen sei aber auch jede ideelle Form der Unterstützung, die Suche nach Ehrenamtlern läuft. Sie können für die Trauerbegleitung qualifiziert werden, aber auch im Garten und bei Veranstaltungen helfen, den Wartebereich betreuen oder die Trauerkiste für Kindergärten – inklusive Puppensärgen. Einfache Formel von Karina Brandenburg: „Es kann im Prinzip alles sein.“

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Kontakt: 04821/4030249, monjala@die-diakonie.org oder auf der Monjala-Facebook-Seite.

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