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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 23:50 Uhr

Traditionsschiffe im Dauerregen

vom

Schlechtes Wetter beeinträchtigt das neunte Störschipperfest / Zukunft der Veranstaltung offen: Organisatoren ziehen sich zurück

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2013 | 03:59 Uhr

itzehoe | Das Wetter spielte nicht mit beim neunten Fest der Störschipper. Und ob es ein zehntes geben wird, ist unklar: Die Organisatoren ziehen sich zurück.

Wegen des Nebels auf der Elbe konnten die rund 15 Schiffe mit ihren Passagieren erst verspätet in Wewelsfleth ablegen. Trotzdem startete am Pfingstsonnabend gegen 17 Uhr das Fest am Suder Hafen mit dem Shantychor Itzehoer Störschipper. Bürgervorsteher Heinz Köhnke und Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen begrüßten die Beteiligten, die Stimmung der zahlreichen Besucher war gut, trotz Dauerregens. "Wir sind bestimmt das vierte Mal hier", sagte Dagmar Meise, auch wenn ihr "das ganze Drumherum" fehlte aus der Zeit, in der das Stadtmanagement das Fest organisiert hatte. "Das war immer sehr schön. Es ist wirklich eine Attraktion in Itzehoe - das Flair, die Schiffe, die Stimmung, und man trifft immer Freunde."

Um die Zeit bis zum Einlaufen der Schiffe zu verkürzen, wurde das Ein setzen von 250 Jungstören vorgezogen. Dr. Jörn Geßner vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei hatte die Tiere aus Berlin mitgebracht. Gemeinsam mit Gerlinde Ballschuweit von der Gesellschaft zur Rettung des Störs half er den Gästen, die rund neun Monate alten Fische in die Stör zu entlassen. Den Anfang machten Dr. Christel Happach-Kasan, FDP-Bundestagsabgeordnete und Präsidentin des Deutschen Angelfischereiverbandes, sowie die FDP-Europaabgeordnete Britta Reimers. Für Happach-Kasan war es eine Premiere, sie wünschte den Fischen ein langes Leben: "An der Stör den Stör einzusetzen, ist schon etwas ganz Besonderes."

Uwe Jens Lützen, Mitorganisator des Störschipperfestes und Mitglied bei der Gesellschaft zur Rettung des Störs, zeigte sich mit dem Verlauf zufrieden: "Die Stimmung ist unheimlich gut." Mit einer guten Dreiviertelstunde Verspätung kamen die ersten Schiffe in Sicht. Durchnässt, aber fröhlich stiegen die Mitfahrer von den Oldtimern. Petra Krall aus Glückstadt war mit Vater, Schwiegervater und Ehemann auf der "Rigmor" mitgefahren. "Es war super. Wir hatten eine feucht-fröhliche Stimmung an Bord. Und wir haben viele nette Leute kennen gelernt", schwärmte sie.

Trotzdem zog es nach der Fahrt die meisten schnell ins Trockene. Im Festzelt verlieh Heinz Köhnke traditionell den "Goldenen Stör", der in diesem Jahr an Uwe Jens Lützen ging. Dieser verkündete danach gemeinsam mit Hauptorganisator Ulrich Grobe vom Verein der Freunde des Ewers Gloria, dass sie die weitere Ausrichtung des Störschipperfestes nicht mehr übernehmen würden. Ziel sei, den Stab weiterzugeben an Jüngere, dabei würden sie sämtliche Unterstützung mit Rat gewähren, aber nicht mit Tat. Lützen: "Wir haben gezeigt, dass es im kleinen Rahmen geht."

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