Westküstenbeirat : Touristischer Leuchtturm an der Küste

Wollen den Tourismus stärken (v. li.): Dithmarschens Landrat Dr. Jörn Klimant, Constanze Höfinghoff (Geschäftsführerin  Nordsee-Tourismus-Service GmbH) und Staatssekretär Dr. Frank Nägele.
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Wollen den Tourismus stärken (v. li.): Dithmarschens Landrat Dr. Jörn Klimant, Constanze Höfinghoff (Geschäftsführerin Nordsee-Tourismus-Service GmbH) und Staatssekretär Dr. Frank Nägele.

Fremdenverkehr ist das wirtschaftliche Standbein an der schleswig-holsteinischen Westküste. In Friedrichskoog wird nach einem touistischen Zukunftskonzept für die Gemeinde gesucht.

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03. Juni 2014, 12:00 Uhr

Vertreter der Landesregierung haben nicht immer leichten Stand in Friedrichskoog, spätestens, seit das Aus für den Kutterhafen im Nordseebad verkündet wurde. Doch Staatssekretär Dr. Frank Nägele erlebte gestern keine Anfeindungen. „Ich bin hier von zu recht sehr besorgten Bürgern empfangen worden“, erklärte er am Rande der gestrigen Sitzung des Westküstenbeirats in der Seehundstation. Anschließend traf er sich mit Vertretern des von der Hafenschließung ebenso betroffenen Sportclubs und der Marscheider-Werft sowie der Hafen-Initiative.

Schon der Wahl des Tagungsorts sei ein deutliches Zeichen an die Gemeinde, erklärte Nägele. „Wir wollen zeigen: Wir sind da!“ Denn auch wenn das 20 000 Euro teure Tourismusgutachten für den Koog ohne Kutterhafen erst Ende des Monats vorliegen soll, sei bereits klar: „Eine der Herausforderungen ist die Seehundstation.“ Bauliche Mängel, die Versorgung mit Nordseewasser und die fehlende Barrierefreiheit seien Punkte, an denen gearbeitet werden müsse. Für Nägele unstrittig: Die Station am Hafen ist ein touristischer Leuchtturm in der Region. Das erwartete Gutachten soll Perspektiven aufzeigen. Denn: „Es geht uns um den Mehrwert für Friedrichskoog.“

Das unterstrich Landrat Dr. Jörn Klimant. Das Nordseebad sei für ihn bei der Verfolgung touristischer Ziele an der Westküste die Nagelprobe. Denn es werde in Zukunft darum gehen, Fördergelder aus verschiedenen Töpfen für Einzelprojekte zusammenzubringen und nicht mehr nur zu gucken, welcher Fonds welches Projekt finanziert.

Das Stichwort lautet: „Integrierte Territoriale Investition“ (ITI). 30 Millionen Euro umfasst dieses Sonderprogramm der Europäischen Union. ITI soll neben dem Tourismus auch das Thema Energie fördern.

Für die Chefin der Nordsee-Tourismus-Service GmbH, Constanze Höfinghoff, ist der Fremdenverkehr der Wirtschaftsfaktor an der schleswig-holsteinischen Westküste schlechthin. 42 000 Menschen in Dithmarschen und Nordfriesland erwirtschaften im Tourismus jährlich 1,8 Milliarden Euro. „Das ist existenziell für die Westküste.“ Damit die Region weiterhin erfolgreich ist, gelte es, an der Qualität zu arbeiten. Keine leichte Übung, wenn die Gäste einerseits kleinere Budgets haben und andererseits höhere Ansprüche stellen. Doch für Höfinghoff gilt: „Wir wollen wir keinen Billigtourismus.“ Natur und Nachhaltigkeit seien schon jetzt Magneten, Gesundheitstourismus lasse Wachstum erwarten. Das bedeutet aber auch, dass die Arbeitskräfte im Fremdenverkehrsgewerbe qualifiziert werden müssen.

Dass sich bereits etwas getan hat – zumindest im Bereich der Infrastruktur – zeigen für Staatssekretär Nägele die Modernisierungsvorhaben in Büsum und St. Peter-Ording. Bald soll auch das Nordseebad Friedrichskoog dazu gehören.

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