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ErfolgsBilanz : Touristen lieben das Heimatmuseum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In den Sommermonaten ist die besucherstärkste Zeit in der Einrichtung in Brunsbüttel. Die Volkshochschule als Träger strebt jetzt die Zertifizierung des Museums an.

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erstellt am 12.Feb.2014 | 12:00 Uhr

Es ist ein Kleinod im Marktgeviert in Brunsbüttel-Ort: das gelbe Haus, in dem das Heimatmuseum der Schleusenstadt untergebracht ist. Seit 2007 in der Trägerschaft der Volkshochschule, hat sich die Einrichtung gut entwickelt. 3279 Besucher im vorigen Jahr – das ist für Museumsleiter Roland Ladage ein schönes Ergebnis. Vor allem, weil das Haus nur zwischen März und Oktober geöffnet ist.

Nicht immer waren die Zahlen so gut. Wurden vor der Übernahme der Verantwortung durch die VHS der Schleusenstadt so eben 1000 Besucher im Jahr erreicht, steigt die Zahl seitdem. Herausragend war 2011, als das Museum neu eingerichtet wurde und Brunsbüttel sein Jubiläumsstadtfest vis-a-vis an der Jakobuskirche feierte. Damals fanden 4053 Besucher den Weg ins gelbe Haus.

Die Herausforderung sei es, nicht auf einem Stand zu verharren, sondern mit Sonderveranstaltungen immer wieder Besucher anzulocken, machte Ladage gestern im Pressegespräch deutlich. Wie erfolgreich das sein kann, zeigte im vorigen Jahr die Elbeausstellung. In den zweieinhalb Monaten wurden 967 Besucher gezählt. Darunter der Museumsverein Glückstadt mit einer Gruppe und sogar der Kulturring Stade. Erstmalig als Wanderausstellung unter Mitwirkung der Maritimen Landschaft Unterelbe konzipiert, wird diese Schau nun auch in Wischhafen und Stade zu sehen sein. Und es wird im Mai ein Buch darüber im Boyens-Verlag erscheinen.

Diese Ausstellung macht aber auch deutlich, dass solche Schauen nicht nach Belieben auf die Beine gestellt werden können. Ohne Zuschuss durch die Maritime Landschaft Unterelbe und die Brunsbütteler VHS wäre das nicht zu realisieren gewesen. Der Etat – die Stadt schießt 25 000 Euro jährlich zum Museumsbetrieb zu – gibt dies nicht her.

Die nächste große Schau in diesem Jahr befasst sich mit dem Thema Erdöl und greift auf eine Ausstellung des Dithmarscher Landesmuseums mit dem Titel „Klein Texas“ zurück. Erdöl, so Ladage, sei wichtig für Schifffahrt und Industrie in Brunsbüttel. Diese Ausstellung, zu der Marinemaler Holger Koppelmann Exponate beisteuert, wird wieder im Sommer zu sehen sein. Dies ist dann auch die besucherstärkste Zeit. Roland Ladage sieht bereits einen Wandel in der Einrichtung: „Wir werden ein Saisonmuseum.“ Für den Herbst ist eine Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im Gespräch.

Genutzt wird das Haus aber auch vom Historischen Arbeitskreis, dem Politischen Club der VHS, den Schulen der Stadt und neuerdings auch vom Talentekompass. Der möchte bereits Kindergärten an das Heimatmuseum heranführen. Damit entwickle sich die Einrichtung zu einem Treffpunkt, sagt Ladage. So sähen auch viele Einheimische das Museum. Dadurch gelinge es, den Stadtteil etwas lebendiger zu machen. „Dieses Haus steht für die Geschichte des Kirchspiels Brunsbüttel“, betont Ladage. Es mache deutlich, wo die Stadt ihren Ursprung hat: an der Elbe. Denn der Kanal kam erst sehr viel später.

Das nächste große Ziel heißt Zertifizierung. Auch dafür locken am Ende Zuschüsse. Für VHS-Leiterin Dr. Elke Schmidt-Wessel ist der Weg dahin ein Spagat zwischen Sparzwang und geforderter Professionalität.

>Infos: www.museum-brunsbuettel.de

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