Grausamer Fund : Tote Lämmer im Müllsack

Kein schöner Anblick für   (v.li.)  Martin Dethlefsen,  Dieter Kroll, Andreas Matzen und Torsten Vogt.
Kein schöner Anblick für (v.li.) Martin Dethlefsen, Dieter Kroll, Andreas Matzen und Torsten Vogt.

Drei Kadaver von Lämmern und weitere Einzelteile von ausgewachsenen Schafen werden beim Frühjahrsputz in Kellinghusen gefunden.

Avatar_shz von
31. März 2014, 05:01 Uhr

Abgefahrene Autoreifen, rostige Fahrradteile, Farbeimer – beim jährlichen Müllsammeln der Aktion „Sauberes Schleswig-Holstein“ fischten Martin Dethlefsen und seine Söhne Mika (15) und Matti (8) abenteuerliche Dinge aus der Landschaft. Was der Vater dann aber entdeckte, ließ ihn schockiert zurückweichen: Am Rande der Straße „Neuer Kamp“ waren drei tote Lämmer in einem blauen Sack abgelegt worden. Ein weiteres Plastikbehältnis barg Felle, offenbar von erwachsenen Tieren. „Ich bin völlig schockiert“, sagt Dethlefsen angesichts der Kaltschnäuzigkeit der Tat. Da die Säcke fast identisch mit denen sind, welche die Stadt für die Aktion herausgab, dachte er, es habe schon jemand gesammelt. „Ich wollte sie zur Abholung für den Bauhof an den Straßenrand stellen.“ Als er zur Sicherheit noch einmal hineinschaute, wurde ihm vom gruseligen Anblick und einer Wolke üblen Geruchs speiübel. Nach dem ersten Schrecken griff Dethlefsen zum Mobiltelefon und wählte die Nummer der Polizei. Achtlos hingeworfen waren die Säcke in unmittelbarer Nähe eines Altkleidercontainers. „Es hätten jederzeit auch Kinder hinein schauen können, wer macht denn so etwas?“, fragt Dethlefsen. Das Vorgehen ist für ihn völlig unverständlich. „Wo es heutzutage meistens sogar unentgeltlich für fast alles eine passende Abgabestelle gibt.“ Es hätte ein Tierarzt eingeschaltet werden können. Eine Adresse zur ordentlichen Entsorgung der Kadaver wäre außerdem möglicherweise der örtliche Schlachthof gewesen. Auch Torsten Vogt vom städtischen Bauhof – eigentlich auf Tour, um volle Müllsäcke der Aktion einzusammeln – kann kaum fassen, was er zu sehen und zu riechen bekommt. „Eine Schweinerei“, kommentiert knapp Polizeihauptmeister Andreas Matzen aus Hohenlockstedt, als er gemeinsam mit dem Kollegen Polizeikommissar Dieter Kroll aus Wacken vor Ort eintrifft. Anblick und Gestank zwingen selbst die hartgesottenen Beamten dazu, sich abzuwenden und einmal tief Luft zu holen. Inzwischen hat Torsten Vogt Handschuhe aus seinem Fahrzeug geholt. Eines nach dem anderen zieht der die Lämmer aus ihrem Plastiksarg. „Die stammen aus einer Stallhaltung“, sieht er sofort. Die kleinen Hufe sind stark eingemistet, das schließt eine Wiesenhaltung praktisch aus. Wie sie zu Tode gekommen sind, ist nicht erkennbar. Die zarten Körper sehen unversehrt aus. „Vielleicht können wir damit bei der Suche nach dem Halter etwas anfangen“, zeigt Kroll auf eine gelbe Marke im Ohr eines der Tiere. Belangt werden könnte der Täter wegen eines Verstoßes gegen das Tierkörperbeseitigungsgesetz. Das müsse aber erst geprüft werden, erklären die Beamten. Ebenso, was mit Säcken und Inhalt weiter passieren solle. Übers Wochenende wurden die Kadaver und Felle zunächst im Bauhof untergebracht.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen