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Top-Ergebnis – aber nur in der Heimatgemeinde

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Steinburgs Europa-Abgeordnete Britta Reimers gerät in den Strudel der FDP-Niederlage

Wie im gesamten Bundesgebiet fiel die Wahlbeteiligung bei der Europawahl auch im Kreis Steinburg deutlich höher aus, als Experten sie im Vorfeld erwartet hatten. 42,1 Prozent der Steinburger gaben ihre Stimme ab.

Auch in der Gemeinde Borsfleth herrschte reger Betrieb an der Urne. Bis zum Nachmittag hatten bereits über 200 von 587 Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Lange Warteschlangen vor den Wahlkabinen gab es aber nicht und auch sonst lief die Stimmabgabe reibungslos. Kirsten Bolzen: „Die Länge des Wahlzettels hat einige Bürger verwundert und wir mussten gelegenlich erklären, dass es nur eine Stimme gibt, aber sonst klappte alles prima.“

In Borsfleth kursierte eine eigene Theorie über die Gründe für die relativ hohe Beteiligung: Im Gemeindehaus gab es Kaffee und Kuchen. „Das zieht“, sagt Bürgermeister und Wahlhelfer Peter Mohr mit einem Augenzwinkern.

Ernüchternd waren allerdings die Ergebnisse für die einzige Steinburger Europaabgeordnete – nicht für sie persönlich, aber für ihre Partei. Vor fünf Jahren war die Lockstedterin Britta Reimers (Foto) nach einer nächtlichen Zitterpartie noch ins Europaparlament gerutscht. Diesmal hatte sie trotz Listenplatz 6 keine Chance. „Das sind sehr gemischte Gefühle“, meinte sie gestern Abend zu ihrer Stimmungslage. Sie hätte gerne weiter Europapolitik gemacht, freut sich als Landwirtin natürlich aber auch darauf, wieder verstärkt auf dem familiären Hof einsteigen zu können. In den nächsten Tagen wird sie ihr Büro räumen. Dann hat sie ein halbes Jahr Übergangszeit. Um ihre beiden Mitarbeiter macht sie sich keine großen Sorgen: „Die sind gut, die werden eine neue Stelle finden.“ Hocherfreut ist sie über das Wahlergebnis in ihrer Heimatgemeinde. In Lockstedt schaffte sie mit mehr als 30 Prozent fast die absolute Mehrheit, auch in Poyenberg holte Britta Reimers einen Spitzenwert für die FDP. Auch kreisweit liegt sie deutlich über dem FDP-Bundesschnitt. „Das ist natürlich ein toller Willkommensgruß für mich.“ In jedem Fall will sie weiter Politik machen. Und sie ist überzeugt: „Auf Dauer wird man auf uns nicht verzichten können.“

Steinburg wird aber auch künftig eine Europaabgeordnete stellen – mit der Horsterin Ulrike Trebesius. Die AfD-Landeschefin zieht voraussichtlich über ihren Listenplatz 6 ins Europaparlament ein.

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erstellt am 25.Mai.2014 | 17:58 Uhr

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