Tontaubenschießen: Übung für Praxis

Jungjäger Jan Kühl aus Frestedt wartet mit seiner geladenen Bockflinte auf die Tontaube.
Jungjäger Jan Kühl aus Frestedt wartet mit seiner geladenen Bockflinte auf die Tontaube.

Jäger des "Hegering 8" trafen sich auf dem Schießstand in Wolmersdorf, um beim Preisschießen abzuräumen / Jan Kühl war jüngstes Mitglied

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20. Mai 2011, 08:12 Uhr

St. Michaelisdonn | Jan Kühl hält seine Schrottflinte im Anschlag und wartet auf die Tontaube. Blitzschnell fliegt die runde orangefarbene Scheibe aus dem Bunker und der Jäger drückt ab. "Treffer", sagt Klaus-Hinrich Staack, der die Szene genau beobachtet, während Bernd Hinz das Ergebnis in die Schießkarte einträgt.

Von zehn möglichen Treffern, hat Jan Kühl sechs erreicht und liegt damit im Mittelfeld der Schießergebnisse aller Jäger an diesem Tag. Zum Tontaubenpreisschießen haben sich die Jäger des "Hegering 8" auf dem Schießstand des Landesjagdverbandes in Wolmersdorf getroffen. Im "Hegering 8" sind die Jagdgemeinschaften aus St. Michaelisdonn, Gudendorf, Windbergen und Frestedt vereint. "Die Veranstaltung ist für die Jäger eine gute Gelegenheit, ihre Treffsicherheit zu testen und zu verbessern", betont Hegeringleiter Hans Rathjens. Mit rund 30 Jägern ist die Beteiligung am Übungsschießen auch an diesem Tag gut.

Jan Kühl ist mit 18 Jahren jüngster Waidmann im Hegering. Der Frestedter hat im vergangenen Jahr seinen Jagdschein gemacht, darf aber erst mit Erreichen des 18. Lebensjahres auch allein auf die Pirsch gegen. "Ich habe gerade einen Rehbock erlegt", berichtet der junge Jäger stolz. Seine Ambitionen für die Jagd wurden ihm in die Wiege gelegt: Vater und auch Opa sind Jäger. Am Übungsschießen des Hegerings nimmt Jan Kühl nur aus einem Grund teil: "Damit ich besser treffen kann." An der Jagd selbst gefallen ihm die Gemeinschaft der Jäger und das Abenteuer in der freien Natur.

Der Hegering wünscht sich mehr junge Leute, die sich für die Jagd begeistern. "Nachwuchs ist besonders im Geestbereich rar", sagt Hans Rathjens.

Das Tontaubenschießen nimmt seinen Lauf. Bernd Hinz und Thomas Hahn füllen erneut die Tontaubenwurfmaschine mit den Scheiben. Die Maschine befindet sich in einem Bunker auf dem Schießstand, direkt vor den Schützen. Von dort fliegen die Scheiben los - automatisch in wechselnde Richtungen, sodass die Schützen immer überrascht werden. Eine Gruppe von sechs Jägern betritt den Schießstand und wechselt nach jedem Abschuss die Position. Trifft der Schütze mit dem ersten Schuss die Tontaube nicht, hat er noch eine zweite Patrone im Lauf der so genannten Flinte, dem Gewehr für Schrotmunition.

Das Übungsschießen erstreckt sich immer über den Sonnabendvormittag. Gegen 12 Uhr ist die Siegerehrung. Die besten Schützen können sich in der Einzelwertung über einen Fleischpreis freuen. Das ist beim "Hegering 8" so Tradition. Pokale wurden zwischen den Jagdgemeinschaften ausgeschossen. Den "Rehderpokal" schossen die St. Michler Jagdgemeinschaften unter sich aus. Siegreich war "Hopen" mit 48 Treffern vor "Hindorf" und "Westdorf". Den Pokal der Jagdgemeinschaften "Gudendorf-Hopen-Hindorf" konnte ebenfalls "Hopen" mitnehmen. Bei 48 Treffern konnten die Vorjahressieger "Gudendorf" (42) nicht mithalten. Bei beiden Pokalschießen wurden die Ergebnisse von drei Jägern einer Mannschaft mit jeweils zwei Serien gewertet. Eine Serie sind immer zehn Tontauben.

Einzelsieger wurde Henning Hahn aus Windbergen mit neun Treffern bei zehn Schuss. Hier zählte immer die beste Serie eines Schützen. Das gleiche Ergebnis, nämlich neun Treffen mit zehn Schuss, hatten auch Klaus-Hinrich Staack (Frestedt) und Hans Rahtjens (Hopen), die beim Abschießen aber auf die Plätze zwei und drei verwiesen wurden. Es folgten Jürgen Ott (Frestedt), Jürgen Marohn (Gudendorf) und Wolfgang Rehder (Hopen), alle auch noch neun Treffer. Acht Treffer erzielten: Dieter Holfert und Hans Lorenz (Hindorf), Bernd Hinz (Gudendorf), Hans Bauer (Frestedt) und Otto Spill (Hopen).

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