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Tonkuhle: Fische raus, Molch rein – aber das Wasser läuft zu langsam ab

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seit fünf Wochen läuft das Wasser ab, immer noch ist Burgs Tonkuhle halbvoll. Das Wasser muss raus, damit man alle Fische aus der Tonkuhle entfernen kann. Die sollen für die Wiederansiedelung des Kammmolch weichen, der im April zurückkehren soll.

Für 48 000 Euro hatte man 2011 die nahezu zugewucherte Tonkuhle freigeschnitten und ausgebaggert, denn der Kammmolch liebt freies Wasser. In dem Biotop sollte der vom Aussterben bedrohte Molch ein geschütztes Zuhause finden. Waldmuseumsleiter Ernst-Otto Pieper hatte Zuschüsse eingeworben und die Amphibien erfolgreich angesiedelt. Regelmäßige Kontrollen der Population brachten 2012 und 2013 immer fünf bis sechs Molche.

Doch dann der Schock: 2014 ging kein Kammmolche mehr in die Lebendfalle. Pieper schlug Alarm. Die Ursache war schnell gefunden, hatten sich doch Karauschen, Rotfedern und Karpfen explosionsartig vermehrt. Nach neuesten Erkenntnissen hatte bereits in der Umgestaltungsphase der Tonkuhle jemand diese Fische eingesetzt. Dabei kommt es in der Tonkuhle darauf an, dass keine Fische eingesetzt werden, soll der Molch dort ein Zuhause finden.

Bis 2014 gab es kein Problem mit den Fischen. Offenbar frassen die Molche bis dahin den Fischlaich. Nun sind die Fische größer geworden, jetzt fressen sie den Laich vom Molch, vermutet Ernst-Otto Pieper. Besonders die Karpfen sollen inzwischen stattliche Maße erreicht haben.

Eigentlich wollte Pieper Anfang November mit Hilfe der Burger Angler den Fischen zu Leibe rücken. Karausche und Co. sollen in den Waldsee umgesiedelt werden. Doch das Wasser lief zu langsam ab, dann sprangen auch noch die Angler ab, die Bürgermeister Hermann Puck jetzt wieder zurück ins Boot holen will. Denn ohne die sachkundigen, fleißigen Helfer vom AV Burg dürfte die Umsiedlung der Fische schwierig werden.

Zunächst muss aber das Wasser aus der Tonkuhle. Die Ursache für das langsame Abfließen sieht Pieper im Mönch. Dessen Überlauf ist mit Brettern vernagelt. Zurzeit läuft nur ab, was zwischen den Brettern hindurch rinnt. Mit Hilfe von Burgs Bauhof will Pieper nun die Bretter am Mönch lösen, den Ablauf so drastisch erhöhen, denn die Zeit drängt. „Bis Mitte Dezember sollten wir die Fische umgesiedelt haben“, sagt Pieper. Der Grund: die Tonkuhle hat keine eigenen Quellen. Sie ist eine Art Regenrückhaltebecken. Damit der Molch bei seiner Rückkehr im nächsten Fühjahr ausreichend Wasser hat, braucht es einige Monate.

Den Winter verbringen die Kammmolche gern in Kellern, Holzstößen, Erdhöhlen und Schuppen, „Hauptsache über null Grad“, weiß Pieper. Sobald die Temperaturen steigen, zieht es die Molche dann zurück in den Teich. Aus diesem Grund stört es den Molch auch nicht, wenn im Winter die Schlittschuhläufer die Tonkuhle nutzen.

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